Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)
ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz
Offner, R. : Ein Brief des siebenbiirgischen Arztes Johannes Hertelins 231 Nichts ist uns über den Hofschneider Corotto bekannt, somit kann m. E. dieser Hinweis kaum als relevanter Kontakt von Hertelius zum Wiener Hof interpretiert werden. Merkwürdig erscheit doch vor Allem das Entstehungsdatum des Briefes, zumal er nach dem bisherigen Kenntnisstand, also vom 9. September 1592 bis II. Februar 1593 Assistent des betagten Professors der Botanik zu Padua (leltore dei seplici ) Giacomo Antonio Cortuso gewesen sein soll. Aus einer Monographie über die Geschichte des Botanischen Gartens zu Padua erfahren wir: ".... (G. A. Cortuso) era giä molto anziano, alla data della sua nomina, e cosifu chiamato, per ajutarlo a raccogliere picinte per l Orto sui monti, Giovanni Hörtel (o Hertel o Hertelius). Poiché questi, perö, pretendeva una parte dello stipendio del Cortuso, ehe era di 100 fiorini, la coüaborazione duro molto poco: dal 9 settembre 1592 all ' 11 febbraio 1593. " Das im Zitat (aus MINELI (1996), 62) angegebene Datum der Beendung der Kooperation zwischen Hertelius und Cortuso am 11. Februar liegt nur drei Tage nach dem Datieren des Briefes! Dies scheint deshalb sehr merkwürdig, weil er sich zu jenem Zeitpunkt höchstwahrscheinlich (noch) in Wien aufhielt, mit der - im Brief angegebenen - Absicht, seine Heimat Siebenbürgen zu besuchen und auf dem Rückweg nach Padua den Brief von Clusius und die ggf. von ihm zugeschickten Pflanzensamen von dem Wiener Hofschneider Philipp Corotto abholen zu wollen. Sollten die obigen Angaben Mineiiis stimmen, so würde dies bedeuten, dass die Zusammenarbeit zwischen Hertelius und Cortuso während seines Aufenthaltes in Wien, offensichtlich ohne sein Wissen, einseitig aufgekündigt (und sogar schriftlich festgehalten) wurde, denn er bringt im Brief seinen innigsten Wunsch zum Ausdruck, den heruntergekommenen Botanischen Garten zu Padua, mithilfe der Pflanzensamen von Clusius aus dem hochgeschätzten großfürstlichen Garten zu Frankfurt am Main, erneut aulblühen zu lassen. Die im Zitat angegebene kurze Dauer der Zusammenarbeit wird mit einer vermutlichen Forderung Hertelius' eines Teils des Lohns von Cortuso (100 Florin) erklärt. Die Frage nach dem wahren Grund bleibt offen. Knotenpunkte eines botanisch interessierten Humanistennetzwerkes Offensichtlich war das Hauptmotiv des Schreibens von Hertelius an den weltberühmten Botaniker das Verlangen nach Hilfe in der Form von Pflanzensamen zur Aufwertung des Paduaner Botanischen Gartens. Somit ist es anzunehmen, dass er damals noch voller Hoffnung auf eine Botaniker-Karriere in Padua gewesen sein muss. Clusius stand selber zu jenem Zeitpunkt ebenfalls vor großer Veränderung, denn bereits im Oktober des Vorjahres erhielt er den Ruf als Professor der Botanik an der jungen Universität zu Leiden in der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Er muss in der ersten Jahreshälfte 1593 nach Leiden gezogen sein. Somit gelangte der Hertelius-Brief an die Universität Leiden. Ob er dem Wunsch von Hertelius entsprach, bzw. ob er den Brief beantwortet hat, bleibt unbekannt. Die respektsvolle und dennoch sehr unmittelbare Anrede und eine nicht übersehbare Emotion bezüglich des gemeinsamen Bekannten Justus Lipsius, legt die Vermutung nahe, dass Clusius und Hertelius bereits früher in Kontakt standen. Sogar eine persönliche Bekanntschaft beider Männer kann meines Erachtens nicht ausgeschlossen werden, zumal es hierfür eine durchaus gute Gelegenheit gegeben hat. Gemeint ist damit ein evtl. Besuch von