Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz

ADATTÁR EIN BISHER UNBEKANNTER BRIEF DES SIEBENBÜRGISCHEN ARZTES JOHANNES HERTELIUS AN DEN FLÄMISCHEN BOTANIKER CAROLUS CLUSIUS VOM 8. FEBRUAR 1593 ROBERT OFFNER Überall und unaufhaltbar hat sich in der Spätrenaissance das Netz gelehrten Briefwechsels trotz großer Entfernungen, Kriege, Seuchen und Religionskonflikte durch Europa gezogen. Für die Humanisten war das Briefeschreiben nicht nur eine intensiv betriebene Lieblingsbe­schäftigung, sondern eine Notwendigkeit, ein unverzichtbarer Bestandteil des gelehrten Austausches, der Kommunikation und der Wissensorganisation. Sowohl die Erforschung von Kommunikationsgefügen in der res publica literarum , als auch die Erschließung, wis­senschaftshistorisch relevanter Korrespondenzen und Netzwerken des Wissens ist in unse­ren Zeiten ein hoch aktuelles, dankbares und weites Forschungsfeld. Zutreffend sind daher die Geleitworte zu einer der bedeutendsten, unlängst auch digital veröffentlichten Brief­sammlung des Nürnberger Arztes und Gelehrten Christoph Jacob Trew aus dem 18. Jahr­hundert (RUISINGER Ä SCHNALKE, 2004): "In recent years letters and collections of letters have gained signißcance as a source for research into the history of medicine (...) The wr itten exchange between physicians, natural historians and other scholars enables views into the research practices and the communication structures of the world of learning. Furthermore, the intertwining of scho­larly and private contents, which is typical for this type of source material, permits an ap­proach to the historical personality of each correspondent as well as a diachronic analysis ofthe patterns of interaction between the contributing correspondents (...)" Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel mit dem Brief eines Siebenbürgers des 16. Jahrhunderts, also mit einem kleinen Mosaikstein, zum Gesamtbild des frühneuzeitlichen naturwissenschfitlich-botanisch interessierten Gelehrtennetzwerkes beizutragen. Kaum wurden die aktuellsten Erkenntnisse über den Klausenburger Arzt Johannes Her­telius (1565-1612) rezent veröffentlicht, stieß der Verfasser im Internet auf dessen bisher unbekannten Brief vom 8. Februar 1593 an den flämischen Arzt und berühmten Botaniker Carolus Clusius. Der Brief befindet sich im Universitätsarchiv zu Leiden, in der der mitt­lerweile vollkommen digitalisierten und online frei zugänglich gemachten Clusius­Korrespondenz, mit 1.300 in Leiden befindlichen Briefen von und an Clusius, rund 300 Korrespondenten umfassend. Es handelt sich bei diesem Brief um ein zeittypisches Produkt des Korrespondenznetzwerkes botanisierender europäischer Ärzte und Gelehrten des aus­gehenden 16. Jahrhunderts („Renaissance der Botanik"), diesmal mit der Beteiligung eines jungen Klausenburger Arztes. Um den kulturhistorischen Hintergrund des Briefes zu ver­deutlichen und dessen Stellenwert zu erläutern, bietet sich an, zunächst den Autor und den Briefempfänger vorzustellen.

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