Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - FONYÓ, Attila: Deutsche Medizinstudenten in Ungarn. Einblick in die 1980-er Jahre - Német orvostanhallgatók Magyarországon. Pillantás a nyolcvanas évekbe

Verkehr von Studenten". Zu dieser Zeit war ich ziemlich sicher, dass solch ein Schritt der ungarischen Regierung zu weiteren Schritten, kleineren und grösseren „Öffnungen" führen muss, obwohl Breznew noch am Steuer und Gorbatschow noch nicht aufgetaucht war (dies nahm übrigens keine zwei Jahre in Anspruch). Diese „Werbung" war effektiv: der erste Bewerber meldete sich in 24 Stunden, ihm folgten die weiteren. Für das erste Studienjahr hatten wir 250 Bewerber, von denen nahmen im September 120 das Studium auf. Als mit der Aufnahme von zwei deutschen Damen auch ein Studenten Sekretariat aufgestellt war, stand Ende August alles bereit zum Beginn. Zurückblickend muss ich noch erwähnen, dass sich dieses Sekretariat als unentbehrlich be­wiesen hat. Mit seiner Hilfe konnten die „frischgebackenen" Studenten ihre verschiedensten Angelegenheiten, von der Wohnung bis zur Aufenthaltserlaubnis, erledigen, bei Unfällen und anderen akuten Problemen wurde stets Hilfe geleistet. Diese Hilfsbereitschaft hat we­sentlich dazu beigetragen, dass die Studenten zur Universität langsam Vertrauen entwickel­ten, und wenn sie sich auch nicht zu Hause fühlten, fühlten sie sich zumindest nicht ver­loren. Im Retrospekt muss ich mich bei den Damen des Sekretariates bedanken. An der feierlichen Eröffnung, an der sowohl die Studenten als auch deren Eltern teil­nahmen, kam es zum erstenmal vor, dass nach der ungarischen Staatshymne die sowjetische Staatshymne und zum Schluss die 'Internationale' nicht ertönten, wie es früher bei solchen Anlässen stets üblich war. Das war übrigens nicht mein Verdienst (ich hätte das nicht ge­wagt), der damalige Dekan der Fakultät spielte dabei die entscheidende Rolle, und die lo­kalen Politiker stimmten zu. Woher kamen unsere Studenten? Die meisten Studenten stammten aus Deutschland und stammten von deutschen Eltern. Doch waren unter ihnen mehrere, die in Siebenbürgen ihren Ursprung hatten und vor Jahren - entweder mit ihren Eltern, oder im reiferen Alter allein ­auf Grund der deutsch-rumänischen Vereinbarungen legal nach Deutschland ausgewandert sind. In der BRD hat man sie als 'Deutsche' registriert, aber viele von ihnen haben fehlerlos ungarisch gesprochen. Es gab auch Studenten, deren Eltern aus östlichen Länden (z. B. aus der Türkei, dem Iran) nach Deutschland eingewandert sind, aber die meisten von ihnen ab­solvierten ihre Schulen in der BRD in deutscher Sprache. Studenten, wie ich sie gesehen habe In den ersten wenigen Jahren waren die Studenten meist junge Menschen mit einer hohen Motivation um Arzt zu werden, die vor mehreren Jahren ihr Abitur ablegten, aber - auf Grund ihrer mittelmäßigen Leistungen in der Oberschule - im Aufnahme system der BRD sich jahrelang ohne Erfolg bewarben. Die Bewerber waren sich bewusst, dass sie, ebenfalls mit dieser Begründung, auch später mit hoher Wahrscheinlichkeit mit keinem Studienplatz rechnen können. Diese Leute nahmen deswegen sogar das Risiko des Studierens in einem Ostblockland auf sich, wagten sozusagen, den Sprung ins Unbekannte. Wie es sich später herausstellte, war die Mehrheit unserer Studenten für ein Hochschulstudium absolut geeig­net, ein Teil von ihnen hat die Studien bis zu Ende in Budapest fortgeführt, ein anderer Teil in Deutschland beendet, und da wir mit vielen von ihnen auch heute noch in Verbindung stehen, wissen wir, dass sie in der überwiegenden Mehrzahl sich in ihrem Fachbereich gut durchgesetzt haben, und als angesehene Ärzte ihre Tätigkeit ausüben.

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