Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 198-199. (Budapest, 2007)

KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KAPRONCZAY, Katalin: Krankenhäuser im Ungarn des 18. Jahrhunderts. - (Kórházak a 18. századi Magyarországon)

bracht waren. In zahlreichen Fällen wurde der Kranke von der Bezahlung frei gesprochen, wo eine Versicherung die Spesen obligatorisch übernahm. Weiterhin konnten noch jene Kranken und Notdürftigen unentgeltlich behandelt werden, d.h. „ ... alle Menschen, von wo sie auch herkamen, wenn sie krank, unbeholfen, oder elend waren, hier sollen sie behan­delt, geheilt werden und Labung auf ihre Schmerzen bekommen, und wenn es möglich ist, vom Hunger, Bedürftigkeit und anderen Lasten verschont werden ... " Im Vergleich mit dem bürgerlichen Gesundheitswesen zeigt ein wesentlich besseres Bild das Kriegssanitätswesen auf, wo die Krankenpflege, die Versorgung der alten invaliden Soldaten ebenso mit der Alterspflege verknüpft war. Der Hof Kriegsrat in Pest hat - für invalide und verwundete Soldaten - das Invalidenhaus aufgebaut, das 1727 fertig wurde und schon bei der Übergabe sich zu klein erwies. Nach der Erweiterung konnten darinnen 2000 Menschen untergebracht werden. In der Zeit Joseph II. wurde die Zahl der Militärkranken­häuser beträchtlich erweitert, genauso auch ihr Fassungsraum. So konnte auch das Ofner Garnisonshospital eine Entwicklung erleben, der Umfang wurde auf 300 Betten erweitert. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts funktionierten im Land insgesamt zwanzig ständige Garnisonshospitäler, die im Vergleich mit den bürgerlichen Krankenhäusern viel organi­sierter waren, und mit viel höherem Niveau der Krankenpflege zu charakterisieren sind. In das Krankenpflegesystem haben sich noch die Orden eingeschaltet, die eine heilende Tätigkeit ausübten. Es waren vor allem die Barmherzigen Brüder und die Elisabeth­Nonnen. Das erste große Hospital der Barmherzigen Brüder wurde 1723 in Pressburg ge­gründet, 1757 finden wir sie auch in Pápa, die neben ihrer gewöhnlichen Arbeit auch eine Heiltätigkeit ausübten. Sie bekamen auch das Recht einer Apothekengründung, neben den Jesuiten, die im Apothekerwesen eine führende Rolle bekleideten. Die Elisabeth-Nonnen haben 1769 ebenfalls in Pressburg ein Krankenhaus für Frauen gegründet. Obwohl Joseph II. zahlreiche meditierende Orden auflöste, die nützliche und notwendige Arbeit der heilen­den Klöster hat er aber finanziell unterstützt. Er ließ die Elisabeth-Nonnen 1785 nach Pest ziehen, gab ihnen das Gebäude der Franziskaner in der Fö Strasse, wo sie ein Krankenhaus mit 20 Betten eröffneten. Die Heiltätigkeit verrichteten ein Oberarzt und ein Sekundärarzt, die Pflege der Kranken versahen fachgerecht ausgebildete Nonnen. Dieses Krankenhaus wurde zur Jahrhundertwende auf 100 Betten erweitert. In der Arbeit der Barmherzigen Brüder hat die Zeit Joseph II. einige Änderungen mitge­bracht. Sie wurden 1783 aus dem Invalidenhaus - wo sie von 1721 angefangen ihre Heiltätigkeit an den invaliden Soldaten ausübten - nach Tyrnau versetzt. In Waizen funk­tionierte ein Krankenhaus mit 12 Betten, in Fünfkirchen ein anders mit 40 Betten, in ihrem Krankenhaus zu Erlau, das seit 1730 arbeitete - beschäftigten sich die Brüder ab 1780 auch mit Geisteskranken. Sie übernahmen die Pflege der Geisteskranken auch in der Hauptstadt (1783) mit staatlicher Unterstützung. 1794 fingen die Bestrebungen im Interesse eines Of­ner Krankenhauses an, aber die Ergebnisse führen ins späte 19. Jahrhundert hinein. Mit staatlicher Unterstützung waren die heiltätigen Orden auch bestrebt, die obligatorischen Normen einzuhalten, deshalb ist die fachgerechte Heilausbildung in den Krankenhäusern der Barmherzigen Brüder zu beobachten. Sie waren bestrebt immer besser ausgebildete Chirurgen und Apotheker in die Arbeit zu stellen, die meisten von ihnen haben ihr Diplom in Wien, Prag oder in ihrer Heimat an den Medizinischen Fakultäten errungen. Rátz: 1. c. 26.

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