Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 198-199. (Budapest, 2007)

KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KAPRONCZAY, Katalin: Krankenhäuser im Ungarn des 18. Jahrhunderts. - (Kórházak a 18. századi Magyarországon)

Kanzler Ferenc Esterházy über seine Erfahrung. Die Zustände haben sich aber auch in zehn Jahren nicht geändert. Zu jener Zeit schrieb der englische Reisende Robert Towson das fol­gende: „wenn ich nicht gesehen hätte, dass so etwas überhaupt existiert in der Stadt, hätte ich es nicht geglaubt. Hier ist alles: die Gebäuden, Einrichtungen, die Behandlung arm­selig, stinkend und schmutzig. ... „' 1784 ist die Fakultät nach Pest versetzt worden, aber das Spitalwesen konnte auch hier kein besseres Bild aufzeigen. Anfangs war die Stätte des praktischen Unterrichtes das Städ­tische Kranken- und Siechhaus, der allerhöchste Besuch konnte auch hier nur eine nied­erschmetternde Meinung äußern: „das jetzige Krankenhaus steht auf solch einem ungesun­den Boden, dass viele deshalb in besonders verfaulte Krankheiten fielen, weil der Nachbar die Lüftung nicht gestattet, ... die miserablen Zustände, wie Abfluss der Schmutzwasser, verschlechtern noch das Bild. "" Nach Weisung einer gewissen Summe hat die allerhöchste Direktive auch das bestimmt, was für gewisse Änderungen in der Einrichtung der Kranken­zimmer unbedingt vollzogen werden müssen. Aber die Umstände haben sich auch dadurch nicht beträchtlich geändert, als man entschloss, dass innerhalb des Universitätsgebäudes Krankenzimmer eingerichtet werden sollen, - mit den Worten von Györy - „weil dort die miserabelsten krankenhauswiderlichen Zustände herrschten. " 3 Von Seite der Bevölkerung sind ständig Klagen geäußert, sogar Bitten formuliert und eingereicht worden, die forderten, dass neue Krankenhäuser und Armenhäuser für die Unterbringung der Armut aufgestellt werden. Ein Ausweg bot sich durch die Pläne eines neuen Krankenhauses auf der Pester Seite. 1781 ist die Verordnung verfasst, und die Pläne zum Aufbau des Rochus Krankenhauses gemacht worden. Anfangs wurde eigentlich die Funktion eines Armenhauses betont, aber durch das kräftige Auftreten von Ferdinand Stipcsics (1754-1820) ist der Plan geändert worden. Das neue Konzept fasste 144 Kranke und 26 gebärende Frauen ins Auge. Weitere Modifizierungen kamen noch dazu, und zwar durch das Gesuch von Mihály Haffner (1755-1806) im Jahr 1793, das in Deutsch und Un­garisch auf 16o Seiten gedruckt stand. Haffner, als Arzt des Pester bürgerlichen Siech­hauses, beschrieb nach seinen eigenen Erfahrungen die jämmerlichen Umstände: „Große und gefährliche chirurgische Operation sind in unserem Siechhaus nicht zu unternehmen, weil die Luft verseucht ist, die notwendige Verpflegung, die Sauberkeit und die Aufrechter­haltung der Reinheit fehlen, es ist höchst gefährlich und nicht selten mit dem Tod verbun­den ... " Auch die Ärzteausbildung kam zu Wort, als er die Notwendigkeit des Kranken­hausbaus begründete: ,, Die medizinische Fakultät und besonders die praktische Ausbildung muss sich einen vielseitigen Nutzen und gebührende Vollkommenheit anwerben. Die ange­henden Arzte und Chirurgen müssen auch außer der Schule ihre Meinungen verlautbaren, damit sie imstande sind Erfahrungen zu sammeln. In unserem jetzigen abscheulichen, und nur durch die jämmerlichste Armut besuchten Hospital hat die Medizinische Ausbildung nichts zu suchen, kann auch keine Hilfe von hier erwarten, weil nur die armseligsten, ster­benden und siechsten Kranken hier erscheinen ... " J Der Plan stellt in 359 Paragraphen ein 1 Gortvay: 1. c. 130. 2 Györy: I.e. 158. Györy: 1. c. 159. 4 1 [affner: I. c. 3. unnumerierte Seile 1 Haffner: 1. c. 5. unnumerierte Seite

Next

/
Thumbnails
Contents