Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 196-197. (Budapest, 2006)
KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KILLYEN, Hansgeorg von: Neue Daten zu Studien- und Wirkungsorten siebenbürgisch-sächsischerArzte im Zeitraum 1870-1936
Tab. 6 Die Mitglieder des Deutschen Àrztebundes 1936 und ihre Studien- und Ausbildungsorte. Zahl der von den Medizinern frequentierten Universitäten und Kliniken während der Ausbildungszeit Ärztegruppe Anzahl der von einzelnen Studenten besuchten Ausbildungsstätten 1 2 3 4 5 6 verschiedene Universitäten Banat 1 12 Studierende 24 13 4 3 Bessarabien & Bukowina 28 8 1 Siebenbürgen 124 44 26 8 3 3 Insgesamt 264 76 39 13 6 3 Von Interesse ist Tabelle 6 für die Problematik der Zahl verschiedener Studienorte die von den Medizinern aufgesucht wurden. Zunächst ein Bild auf die mittelalterliche und frühneuzeitliche Wanderungsbewegung der Studenten, auf den wandernden Scholaren, der von Ort zu Ort, von Universität zu Universität migrierte, sein Studium oft unterbrach und auch anderen Beschäftigungen als dem Lernen nachging. Eine Doktordissertation aus dem Jahre 1991 zu diesem Thema wird von Offner zitiert. 14 Dort sind die Wanderungswege des Mediziners, Alchimisten und Dichters Daniel Stolcius de Stolcenberg geschildert, der sich in folgenden Orten aufgehalten hat: 1617 Prag, 1620 Leipzig, 1621 Marburg, 1623 Frankfurt/M und Kassel, 1624 Leiden, Den Haag, London, Oxford, Cambridge und Basel, 1625 Tübingen, Ulm, Augsburg, Padua, Venedig, Laibach (Ljubljana), Prag und Nürnberg, 1626 Genf, 1627 Paris und Lyon, dann 1629 wieder Frankfurt am Main und letztendlich 1630 Kronstadt, wo er 2 Jahre als Stadtphysikus wirkte. Dann ging er nach Konstantinopel, um zwei Jahre später wieder in Kronstadt zu sein. Über weitere Umwege wie Danzig kam er 1644 zu den letzten Stationen seines Wanderlebens nach Kaschau und Preschau (Oberungarn) in der heutigen Slowakei. Zahlreiche analoge Fälle könnten genannt werden. Ob die Zahl der peregrinierenden Studiosi, die solche oder ähnliche „Kavalierssprünge" taten, groß war, ist eher zu bezweifeln. Man nimmt an, dass nur jeder fünfte Student mehr als einmal seine Universität gewechselt hat. Zurück zu den siebenbürgischen Ärzten des Jahres 1936 (Tab. 6). Folgende Schlußfolgerungen lassen sich ziehen: Von den etwa 400 Medizinern haben die weitaus größere Mehrheit (264) nur an einer einzigen Universität studiert, 76 an 2, 39 an 3 usw. Eine Ursachenanalyse dieser relativ reduzierten Migration wäre interessant. Es ist zu fragen, ob nur materielle (und konfessionelle) Gründe die Studierenden zu keinerlei Sprüngen und zum schnellen Abschluß Ihrer Universität zwangen. 14 Offner, 2001. S 215.