Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 194-195. (Budapest, 2006)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - NEMES, Csaba: Beiträge zur Wechselbeziehung der deutschen und ungarischen Heilkunde im historischen Kontext

Historie und die Medizingeschichte ist nur ein Abriß der universellen Kultur- und Technikgeschichte. Heilkunst als Lebenskultur - wie Heinrich Schipperges feststellte. //. Teil: Wandel des Wissenschaftstransfers in der Medizin im historischen Kontext. Mittelalter Im Mittelalter wurden 5 Universitäten gegründet: nach französischem Muster 1183 in Veszprém, 1367 in Pécs (Fünfkirchen), 1395 in Óbuda (Alt-Ofen), 1465 in Esztergom (Gran) und zuletzt 1467 in Preßburg die Academia Istropolitana. Traditionell bestanden Verbindungen im Mittelalter erst zu Italien, dann zu Österreich und einigen deutschen Universitäten, allen voran, Padova, Bologna, Wien, Göttingen und Heidelberg oder Prag. Das Kollegium (stúdium particulare) von Veszprém und die Universität von Fünfkirchen - ein Studium generale - waren älter als alle andere in deutschsprachigen Ländern; sie sind etwa zu gleicher Zeit gegründet worden wie Bologna (1088) und Oxford (1167) bzw. Coimbra (1290), lange vor der Eröffnung der Prager (1348) und der Wiener Universität (1365). Nur die Universitäten in Gran und Alt-Ofen sind etwa gleich alt wie die von Erfurt, Heidelberg und Köln. Die Namen der weltlichen Ärzte, - denn es gab auch Leibärzte mit einem Bischofstuhl belohnt wie vielfach in Italien - kennen wir nur aus der Margareten-Legende. Die Hl. Margarete, Tochter des Königs Béla IV pflegte aufopfernd die Leprakranken und starb wie ihre Tante, die Hl. Elisabeth in ihren zwanziger Jahren. Von den namentlich bekannten Ärzten ist überliefert Simon Colstein (Clostein), Professor der vom König Sigismund gegründeten Alt-Ofener Universität oder der Universitätslehrer in Augsburg, Georg Henisch (1549-1580). Im 14. Jahrhundert ist der ungarische Albertus Medicus, dann 1482 Mihály Manestorfer von Répcekéthely Rektor der Wiener Universität und zugleich Dekan der medizinischen Fakultät. Der Ungar Michael Praemartin (Mihály Peremartoni, 7-1528), Prokurator der ungarischen Nation an der Universität bekleidete sogar hintereinander dreimal das Amt des Dekans und des Rektors in Wien. Im Jahre 1384 war der Anteil der ungarischen Studenten an der Wiener Universität 74%! Dutzende Studenten besuchten unter den ungarischen Königen aus dem Anjou-Haus und zur Zeit des Königs Matthias ausländische Universitäten. Nach Verbreitung der Reformation gingen die Studenten getrennte Wege: die katholische Jugend nach Italien, die Reformierten nach Holland und in die Schweiz, die Lutheranischen nach Deutschland, und ein kleiner Teil der Protestanten nach England. Mehrere ungarische Ärzte hatte Melanchthon selbst an die Universität von Wittenberg berufen. An mehreren europäischen Fürsten- und Königshöfen wirkten im Ausland studierte ungarische Mediziner als Leibärzte oder erlangten eine Bestellung als Stadtphysici. Zu gleicher Zeit wie Praemartin in Wien, war Johann von Balsaráti Leibarzt des Papstes Paul V. Auch Johannes von Jessen (Jessenius) war über 9 Jahre an der Wittenberger Universität tätig (s. u.) Krankenpflege und Hospitäler Zwischen 1000 und 1400 finden wir in Ungarn 75 Spitäler, meist in den Klöstern als infirmarien, sowie ca. 100 Leprosorien. Auf der Haseninsel (heute Margareten-Insel) zwischen Buda und Pest, im Kloster der Dominikaner gab es schon zu Lebzeiten der Hl. Margarete (1242-1271) ganz moderne Formen der Krankenpflege. Die Kranken wurden täglich gewaschen, um der Druckulzera vorzubeugen, Gelähmte mehrmals täglich gelagert, sie hatten Leibstühle und

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