Magyar László szerk.: Orvostörténeti Közlemények 170-173. (Budapest, 2000)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - Schulteisz, Emil: Zur Geschichte der Pestinokulation im 18. Jahrhundert — zugleich ein Beitrag zur Geschichte der ungarisch—deutschen medizinischen Beziehungen. —A 18. századi pestisoltás történetéhez, adalékokkal a magyar— német orvosi kapcsolatok történetéhez

medizinisch-naturwissenschaftlichen Zeitschrift. Die wird in einer besonderen, in Brieg gedruckten Propagandaschrift angekündigt: „Epistola invitatoria Erudiiis Pannóniáé dica­ta, qua ad Acta Eruditorum Pannonica res et eventus naturales ac morbos patrios expo­nentia edenda perhumaniter invitatur a D. Daniele Fischero. Hung, et comitatus Scepusi­ensis, et reg. lib. que civit, Kesmarkiensis physico ordinär, ac Acad. Caes. Leopoldino­Carolinae naturae curiosorum collega. " 29 1 73 2 erschien sein in lateinischer Sprache ver­fasster Aufruf an die Gelehrten von Europa und speziell die Verleger von Deutschland, Bibliopolis Germaniae celeberrimis, in dem der Plan einer medizinisch-naturwissen­schaftlichen Zeitschrift entworfen ist. Die Zeitschrift hätte aus drei Teilen und einem An­hang bestehen sollen, in denen Artikel veröffentlicht worden wären, welche sich mit Objek­ten und Erscheinungen der Natur, sowie mit in Ungarn einheimischen Krankheiten, morbos patrios, befasst hätten. In dieser dreissigseitigen Schrift weist Fischer auf die Notwendig­keit eines medizinisch-wissenschaftlichen Zusammenschlusses hin. Für den an der deutsch —ungarischen medizinischen Beziehungen interessierten ist an dieser Epistola invitatoria zusätzlich bemerkenswert, dass Fischer am Schluss seines Rund­schreibens einen Personenkreis nominiert, den er als eine Art „Redaktionskollegium" ver­standen wissen will und an den die zur Publikation anstehenden Einsendungen adressiert werden sollen. Das sind aber vorwiegend Ärzte, welche in irgendeiner, mehr oder minder enger Beziehung zu Halle stehen. Allein kein erwünschter Erfolg krönte dieses Projekt. Die ,^icta Eruditorum Pannonica" — so sollte der Titel lauten — ist niemals erschienen. 30 Der Versuch wurde, wie manches andere Gute von dem Dämon des Neides in die Kategorie der frommen Wünsche verbannt. Allerdings wird das Scheitern seines Versuches von Fischer nicht sehr tragisch aufgenom­men. Er führt seine literarische Tätigkeit in den Spalten der deutschen Zeitschriften fort. Auch eine Monographie lässt er in Druck legen: De terra medicinali Tokajensi 1732. Zwei längere, bedeutende Schriften kamen noch aus Fischers Feder: 1. De remedio ru­sticani variolas... etc. 1734; In diesem Werk prägt Fischer als erster den Begriff medicina naturalis, ganz im heutigen Sinne der Naturmedizin, bei der Besprechung der Kaltwasser­kur. Unter medicina naturalis versteht er die Stillung der Grundbedürfnisse des Lebens (op. cit. 25.). Entsprechende Begriffe tauchen erst hundert Jahre später auf. 31 2. Consilium pestilentiale oder Medizinisches Gutachten von der Pest ... Präsentation und cur, mit historischer Feder Entworfen... Auf Fischers die Pest und den Pocken betref­29 Schultheisz, E.: Plan einer medizinisch-naturwissenschaftlichen Zeitschrift im 18. Jahrhundert. Comm. Bibi. Hist. Med. Hung. 6—7 (1957) 16—22. Über die engen Kontakte der ungarischen Arzte zur Leopoldina, die Beziehungen zu einigen Präsidenten und über die wissenschaftlich-literarische Tätigkeit im allgemeinen siehe die Abhandlung von Norbert Duka —Zólyomi: „Die Leopoldinische Akademie und die ungarländische Medizin und Naturwissenschaft bis zum Ende des 18. Jahrhundert". Acta historica Leopoldina 13 (1980), 51—101., wo auch über den wechselseitigen Einfluss und die allgemeine Bedeutung der Leopoldina berichtet wird. Zur Korrespondenz mit den Akademie-Präsidenten Vgl. 'Kaiser/Völker: op. cit. (Ungarländische Leopoldina Mitglieder) 57—70. 30 An anderer Stelle lautet der Titel: Acta Eruditorum Hungáriáé res et eventus naturales ac morbus regni Hungáriáé exponentia edenda. Fischer schreibt auch überall: „... Hungária patria nostra dulcissima Er war ein glühender ungarischer Patriot! (z. B. in De terra med. Tokayensi 1732, pp. 22, 37, 47.) 31 Auf diesen Umstand hat B. Uehlecke hingewissen in seiner Arbeit „Zur Nennung des Begriffs 'Naturmedizin' bei Daniel Fischer um 1745 als Vorgriff auf die ein Jahrhundert später entwickelte Naturheilkunde". Sudhoffs. Arch. XX., 1998, 98—100.

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