Magyar László szerk.: Orvostörténeti közlemények 158-165. (Budapest, 1997-1998)
BARÁTOK, MUNKATÁRSAK, TANÍTVÁNYOK — FRIENDS, COLLEAGUES AND DISCIPLES - Schultheisz Emil: Filozófia a humanizmuskori orvosi stúdiumban
Problematik wieder aufgegriffen und ausführlich besprochen. Ratio und experientia sind für ihn ausschlaggebend. Wie in den anderen Wissenschaftsbereichen wurde die aus einer gefühlsbetonten Gottesverehrung hervorgegangene Naturverehrung zur Aufgabe proklamiert die Natur zu erforschen und zu erklären. Für niemanden ist diese Aufgabe so wichtig, wie für den Arzt. Taurellus macht diese Naturerklärung zu einer Art moralischer Pflicht. Wie auch Jean Fernel und andere humanistische Ärzte, will er eine wahre Bildung, die den ganzen Menschen umfasst, wie das auch von Melanchthon gefordert wird. Taurellus ' Arbeiten haben zur Entstehung eines neu entstandenen Konzepts der Naturforschung nicht wenig beigetragen. Er vertritt die Freiheit der Philosophie und des Philosophierens in den Wissenschaften und in der Medizin. Verwarf jeden Zwang jeglicher menschlichen Autorität. Taurellus war ein begnadeter Praeceptor und beliebter akademischer Lehrer, wie dies auch aus seiner, in der Geschichte der Medizin bis jetzt unbekannten, in der Philosophiegeschichte unerwähnten Emblemsammlung hervorgeht. Die Emblemata Physico Ethica Naturae Morum ist zuerst 1590 in Nürnberg erschienen, zwei weitere Ausgaben folgten 1612 und 1617 (den beiden letzteren angebunden die in der spärlichen Taurellus-Literatur nicht vermerkten Carmina funebria Nie. Taur. Der „ ingeniosissimus Taurellus ", wie ihn Leibniz bezeichnet, ein als Mediziner angesehener, als Philosoph hervorragender Gelehrter, der in seinem Versuch, das Verhältnis von Theologie und Philosophie, von Glauben und Wissen, von Offenbarung und Aristoteles zu bestimmen und ein System der christlichen Philosophie zu errichten, seiner Zeit weit voraus war, sich deshalb sowohl die Theologen, wie die von Averroismus angehauchten deutschen Peripatetiker verfeindete, wurde später totgeschwiegen, bis ihn Feuerlein rehabilitierte (Taurellus Defensus h.e. Jac. Wilhelmi Feuerlini D.P.P. Dissertatio apologetica pro Nie. Taurello ...iniuste accusato, Nürnberg 1734) und Leibniz voll anerkannte. Dieser Umstand mag die Erklärung für das unrühmliche Schicksal des Emblematikers Taurellus zu sein, wobei seine emblematische Theorie und Praxis eine pädagogisch nicht unbedeutende Ergänzung zu seinen Vorträgen war. Die Embleme, so schreibt Taurellus in der ad lectorem praefatio, fanden zuerst bei seinen Schülern, dann aber auch bei anderen Studiosi grossen Anklang noch in der handschriftlichen Form. Von seinen Schülern wurde er gedrängt diese zu veröffentlichen. Ein Zeugnis für das überaus gute Verhältnis zwischen Lehrer und seinen Schülern. In der Vorrede bringt er den Nachweis, dass seine Embleme eine Darlegung seiner Auffassung von der Natur seien. Wenn man den Sinn (rationem) seiner Gedichte sucht, wird man merken, führt der Verfasser fort, dass er nicht weit von seinen eigentlichen Wissensgebieten (a meae professionis studio) abgewichen sei, denn seine Embleme enthielten nichts, das nicht naturkundlich oder philosophisch sei (nihil in nostris erit emblematibus quod non vei physicum sit vei philosophicum) . Er wehrt sich gegen jede mögliche Beurteilung einer „lyrischen" Unterstellung seiner Poesie! Es soll angenommen werden, dass es sich eigentlich um illustriertes poema medicophilosophicum handelt. Es spricht der erfahrene Pädagoge, wenn er die Meinung äussert, durch ihre poetische und anschauliche Art erreichen die Embleme oft mehr als das philosophische Prosa der Lehrbücher, deren stoische Strenge (stoica austeritas) nicht allen Scolaren zusagt. Taurellus sieht sich nicht zuletzt in der Rolle des Lehrers der durch seine Embleme auch sittliche Richtlinien aufstellen und vermitteln soll. Des Taurellus' Emblemata ist in erster Linie für die Studiosi gedacht. Dies wird sowohl aus der in der Vorrede