Magyar László szerk.: Orvostörténeti közlemények 133-140. (Budapest, 1991-1992)
TANULMÁNYOK — ESSAYS - Kapronczay, Károly: Ungarisch—polnische Kontakte auf dem Gebiet der Medizin
erat auspicari. ' n Dlugusz erwähnt, daß der König sich im Jahre 1375 beeilte seine Tochter Jadwige (Hedwig) mit dem österreichischen Prinz Wilhelm zu verheiraten, weil „se valetudinarium et morbis cognovit implicitum"* . Jan Czarnkówi führt an, daß der König in seinen letzten Jahren nicht mehr nach Polen reiste, weil er fühlte, daß das Klima ihm nicht bekam, und seine Gesundheit gefährdet wird: „ ... ipse quoque dominus rex similiter ad terras Polonorum venire recusabat, asserens, se auram Poliniae pati non posse. Dlugusz meint, daß Ludwig den französischen König V. Karlb&t, er möge ihm erfahrene Ärzte in seinen Hof schicken. So kam Jan Radlica als Arzt in den Hof I. Ludwig. 10 Obwohl Franciscus Rzepnicki schreibt: „ Tanto regis judicio respondit Johannes, dum Ludovicum perfectis viribus restitua" ist doch als unwahrscheinlich anzunehmen, daß er den König tatsächlich von seiner Krankheit heilte, weil man nach seinem Tod folgendes schrieb: „moritur post longam leprae infirmitatem" 11 . Radlica — der im Montpellier seine medizinischen Kenntnisse erwarb, dann Procurator der Pariser Universität wurde — ist vermutlicherweise auf den Befehl des französischen Königs V. Karl (des Klugen) (1364—1380) in den Hof von Ludwig gekommen, der ihm eine anerkannte Laufbahn sicherte. Dlugosz schreibt über den Arzt Radlica: „magno favore a Rege Ludovico tractabatur". Er hat König Ludwig zu verdanken, daß er in relativ kurzer Zeit in eine sehr hohe gesittliche Würde gesezt wurde, er war auch polnischer Kanzler eine Zeitlang, später im Jahre 1382 wurde er auf die ausdrückliche Bitte Ludwigs in den Krakauer Bischofsstuhl gehoben. Dlugosz erzählte eine interessante Geschichte von Radlica: drei Jahre vor seinem Tod wollte man ihn während eines Festes vergiften, aber als Arzt konnte er sich retten. Er ließ sich mit den Beinen hängen und ließ so lange seinen Bauch schlagen, bis er die vergifteten Speisen alle herauswürgte. „Pedibus sursum ligatis, capite vero deorsum in terram demisso, tarn diu virgis, donec omnes cibos in eo prandio sumptos evomerat, mandavit verberare alvum..." 12 Dlugosz nach war er ein ausgezeichneter Arzt, der durch eine bloße Besichtigung den Ausgang der Krankheit voraussagen konnte. Literarische Bearbeitungen hinterließ er nicht, das Ungarische National Museum besitzt bloß einige seinen medizinischen Verordnungen gegen Kopfschmerzen, Ratschläge und die Therapie dazu. Uber Radlica spricht übrigens auch Meichowa in seiner Chronik, aber den durch Dlugosz bekannten Berichten kann er nichts Neues zufügen. In der Regierungszeit des Reichsverw&seTs János Hunyadi liße sich Marcin Zurowica (Zurowicai Márton), der Krakauer Arzt in Ungarn nieder. Sein Doktordiplom erwarb er im Jahre 1449 in Bologna. Als Mitglied des humanistischen Kreises von János Vitéz, des Dichters, war er zugleich ein Vorbote der ungarisch — polnischen medizinischen Kontakte des XV. und XVI. Jahrhunderts. Marcin Zurowica wurde cca. 1422 geboren. Seine höheren Studien absolvierte er 1438 in Krakau, später — durch die Unterstützung des Krakauer Bischofs Olesnicki — in Leipzig, Padua und Bologna. Das Olesnicki gegebene Versprechen, daß er wieder nach Polen zurückkehrt — hat er gebrochen, denn er ließ sich im Hofe von Hunyadi nieder. Dlugosz suchte im Jahre 1449 Zurowica in Buda auf, aber er war inzwischen schon nach Várad (Wardein) in den bischöflichen Hof von János Vitéz gegangen, welcher Hof als erster Mittelpunkt des Humanismus in Ungarn zu bezeichnen war. Zu diesem Kreise gehörte auch später Gergely Sanoki. Zurowica versuchte anfangs die Interessen des János Vitéz an der Sezierungskunst zu befriedigen, er war es, der die„Tabulae Varadiensis", das Werk der Sonnen- und Mondfinsternisse, bearbeitete. Wahrscheinlich war er der Verfasser des skizzierten Planes einer ungarischen Universitätsgründung. Er konnte sich von Várad nur sehr schwer trennen, war aber im Jahre 1450 gezwungen der Aufforderung des Bischofs Olesnicki Folge zu lesiten. Nach Krakau zurückgekehrt las er an der Universität Astrologie vor, und verfaßte seine Geometrica practica 13 . 7 Martin, Cromeri: De origine et rebus gestis Polonorum libriXXX. Basileae, 1555. S. 336 8 Siehe Anm. 7 9 Dabrowski, Jan: Ostatnie lata Ludowika Wielkigeo. 1370—1382. Krakow, 1918. S. 24—26 10 Dlugossius: Históriáé Poloniae Libri XII. 3. Tom. Cracoviae, 1876. S. 398. 11 Rzepnicki, Franciscus: Vitae praesulum Poloniae. Posnaniae, 1761. S. 1. und 303 12 Kutrzeba, Stanislaw: Polacy na studyach w Parizu w wiekach srednich. Warszawa, 1900 Dlugosz: Opera omnia, Cracoviae, 1887. Bd. 1. S. 418 13 Kapronczay, Károly: a. a. O.