Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 125-132. (Budapest, 1989-1990)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK, ELŐADÁSOK - STUDIES, LECTURES - Kaiser, Wolfram: Der Arzt Franz Ernst Brückmann (1697-1753) und seine ungarische Reise von 1724

menden und später zum „Vater der Turbinentechnik" gewordenen Landsmann Johann Andreas Segner (1704—1777) in der Chemie ausbildete.' 1 Von einer Wittenbergéi' Professur aus hat Börner 1756 eine .JLpistola ad Paul. FalvT zusammengestellt; sie kam unter dem Titel „De Hungarorum gentis ad ornan­dum Academiam Vittebergensem studio" heraus und beinhaltete einen Katalog ungarischer Absolventen seit Gründung der Universität. Den Ansprüchen von Weszprémi scheint diese Abhandlung allerdings nicht ganz genügt zu haben; seiner Kritik gab er mit einem literarischen Stoßseufzer („utinam in hunc Monedulati nostri librum, quem citat, introspexisset") Ausdruck. 2 ' Unbeschadet dieses Einwandes hat sich Weszprémi aber, wie aus seinen Indices hervorgeht, wiederholt auf Börner bezogen. Der Aufbau der Börnersehen Ärztebiographien muß ihm zudem gefallen haben; das geht aus einem Brief aus dem Jahre 1769 hervor, in dem er seinem Korrespondenzpartner Mitteilung macht, daß er sein konzipiertes Ärztelexikon „in modum Zwittingeranum" , d.h. „B oerner anum" abfassen wolle. 23 Das wis­senschaftliche Erbe Brückmanns blieb demzufolge, soweit es die Ausrichtung auf Ungarn betraf, bei Friedrich Börner in guten Händen. ZU DEN UNGARISCHEN REISEBRIEFEN BRÜCKMANNS Die wichtigsten Stationen der Ungarn-Reise von 1724 hat Brückmann in einem Curriculum vitae (vide Abbildung) notiert: „Soproniam, Posoniiim, Tyrnaviam, Nitriam, oppida Hungáriáé montana ob auri et argenti venas ditissimas toto orbe celebratissima, Leutschoviam, Eperiesinum, Kaesmarckium, Topschoviam." 2 " Das ist summierend notiert, denn von den meisten Ortschaften aus unternommene Exkursionen schlössen sich an. Die an originaler Stelle nachlesbaren Details können hier unberück­sichtigt bleiben. Interessant ist aber, der Frage nachzugehen, was für Brückmann als Ausländer beson­ders auffällig war, was ihm aus dem Bereich von Memorabilia und Curiositates des schriftlichen Festhaltens wert erschien. In seiner Berichtssystematik hat sich Brückmann an das bereits erwähnte Schema gehalten; er beginnt mit der allgemeinen Geschichte der Kommune, zählt ihm eindrücklich gewordene Denkwürdigkeiten auf und schildert Curiositates aus nahezu sämtlichen Wissensbereichen. Stets gilt sein Bericht außerdem den medizinischen und pharmazeutischen Einrichtungen und den am Ort täligen Ärzten und Apothekern. Für Sopron als erster Reisestation 25 liest man: „Urbs duas portas majores et unam minorem habet; it. duas apothecas pharmaceuticas Evang. Physicus urbis erat D. Härtung, Romano-Catholicus; et D. Liebezeit, Evang. poliater celeberrimus est. Physicatus loci est dignitas ambulatoria. Medicus Rom. Cathol. ad dies vitae ista gaudet, quo mortuo, Medicus Evangel, in ejusdem locum succedit." Ein Physikat, das zwischen Katholiken und Protestanten wechselte, mußte für den Besucher auffäl­lig sein. 26 Als evangelischen Poliater nennt Brückmann den 1713 in Halle promovierten Arzt Georg Sigismund Liebezeit (1689 oder 1690—1739), der zu seinem Besuchszeitpunkt bereits der Academia 21 Kaiser, W., u. A. Völker: Andreas Hennann (1693—1764). Segners erster Lehrer der Chemie. Wiss. B. Univ. Halle 1977/36 (T 20), S. 125—135. 22 Weszprémi. I.: Succinta Medicorum Hungáriáé et Transilvaniae Biographia. Centuria prima, Lipsiae 1774 (Neudruck Budapest 1960), S. 388. 23 Antall, J.: Der Medizinhistoriker István Weszprémi (1723—1799). Wiss. B. Univ. Halle 1988/40 (T 68). S. 74—76. * Archiv der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina: Matnkula Nr. 378. '-Kaiser, W.: Die Universität Halle-Wittenberg und die Ärzteschaft von Sopron im 18. Jahrhundert. Wiss. B. Univ Halle 1977/16 (T 16), S. 1—32. "Völker, A.: Georg Sigismund Liebezeit (1690—1739) und Georg Christian Matemus de Cilano (1696—1773). zwei hallesche Absolventen der frühen Schulze-Ära. Wiss. B. Univ. Halle 1988/40 (T 68). S. 47—54.

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