Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 117-120. (Budapest, 1987)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Marz, Ilona: A kutatások súlypontjának változásai a Berlini Egyetem Fogászati Intézetében (német nyelven)

hen durch so bekannte Forscher wie Willoughby Dayton Miller (1853—1907), H. Schröder und F.— W. Schoenbeck gebracht worden waren, um nur wenige Namen zu nennen. Wenden wir uns zuerst der Kariesforschung zu. Zunächst wäre hierbei generell festzustellen, daß der einst von Miller eingeschlagene Weg, die Ätiologie der Karies zu klaren, zwar fortgesetzt wurde, von 1933 an jedoch verstärkt die Kariesprophylaxe in den Vordergrund rückte, wobei man zwischen Arbeiten zur Ernährungsbeeinflussung und Methoden der exogenen und endogenen Schmelzkonditionierung unterscheiden muß. Neben durchaus wissenschaftlich fundierten Veröf­fentlichungen zu den erwähnten Problemkreisen wie z.B. Forschung der Speichelzusammen­setzung und dem Einfluß des Rhodanids von Ewald Harndt (geb. 1901), zur Angreifbarkeit des Schmelzes durch verschiedene organische Säuren (H. Schröder und Rudolf Wohinz) , zur Bedeu­tung des Fluors für die Entwicklung der Zähne und zur Wirkung verschiedener kohlenhydrathal­tiger Nahrungsmittel auf die Kariesentstehung (Schröder und Harndt) finden wir in zunehmenden Maße Veröffentlichungen, die politische Zwänge verdeutlichen. Den Hintergrund erhellt eine Erklärung von Theo Rehm, einem Zahnarzt und Reichstagsabgeordneten aus Baden. Die Karies sei nicht zu heilen , heißt es bei ihm , , ,aher ganz, gewiß zu verhüten ... Bei allen mir zugänglichen gesunden »Alten« ... stets und ständig die gleich Antwort auf die Frage, warum so alt geworden und noch solche Lebenskraft: das tägliche Brot, trocken Roggenbrot ... ". , ,Was ist heute aus unserem täglichen Brot geworden?", liest man bei Rehm weiter, ,,Ein geschmackloses Etwas, das zu essen sich oft gar nicht verlohnt." Dann wird die Frage gestellt: ,,Wer mahlt jetzt. .. das Mehl?" und man erhält die Antwort: ,,Die seither vollständig in Judenhänden befindlichen Großmühlen; da wurde gebleicht und gemixt und genial-verbrecherisch langsam aber totsicher unser täglich Brot und damit unser Mund und Leib verderbt. ' ' [3] Dieser Gipfel an Dummheit ist beileibe keine Ausnahme, sondern nur die Spitze eines Eisberges. In irgendeiner Form mußten auch die Mitarbeiter des Zahnärztlichen Instituts sich mit der Völl­kornbrotproblematik befassen, zumal Schröder der Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Karies­forschung und -bekämpfung war, dem späteren Institut für Kariesforschung. Von den durch­schnittlich 24 wissenschaftlichen Mitarbeitern der Zahnklinik äußerten sich im Verlauf der Jahre über die Hälfte zu dieser Thematik in unterschiedlichen Medien. Zu ihrer Ehrenrettung läßt sich indessen sagen, daß das in wissenschaftlich fundierter Weise erfolgte. So schrieb Schröder im Jahre 1941: „Besonders bedenklich aber ist es, wenn anerkannte Fachleute und Dozenten allen Ernstes die Ansicht vertreten, daß man mit dem wirklich restlosen Sieg des Vollkornbrotes als täg­liche Vollnahrung in etwa drei Generationen der Volksseuche Karies und die bisher erschreckend große Zahl von 98% auf 40%) karieskranker Menschen herunterdrücken kann. " [4] Schröder bringt auch den Mut auf, die Hintergründe der politischen Kampagne zu nennen und fügt im glei­chen Artikel hinzu: „Der deutsche Boden ist vorwiegend für Roggen geeignet und wenn es auch durch natürliche Zucht gelungen ist, Weizensorten zu ziehen, die auch auf leichtem Boden wach­sen, so wird das doch die volkswirtschaftlichen Vorteile des Roggenbrotes nicht auszugleichen vermögen. " Unabhängig davon, ob die Ernährung mit Vollkornbrot gesund oder ungesund ist, die Tatsache bleibt bestehen, daß für diese Kampagne aus politischen Gründen eine zu hohe For­schungskapazität gebunden wurde. Einen anderen Forschungsschwerpunkt bildete der Versuch, nachzuweisen, daß durch perorale Zuführung von Mineralien und Vitaminen die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen Karies er­höht werden kann. Dabei wurde der Einfluß von Natriumfluorid, Kalziumfluorid und Kalzium­phosphat untersucht, und diese Arbeiten können durchaus als Vorläufer der Forschungsarbeiten angesehen werden, die dann Walter Künzel (geb. 1928) — ein Berliner „Schüler" — so erfolg­reich fortsetzte. Schröder stellte Überlegungen darüber an, ob eine kalziumphosphathaltige Kost, die im Mund mit der Nahrung zugeführten organischen Säuren abpuffere und damit einer Karies­entstehung vorbeuge, und er kam zu dem unpopulären Schluß, daß die „Volksernährung" — Brot

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