Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

ADATTÁR - Kaiser, Wolfram: Dokumentumok a hallei levéltárakban a magyar orvosokra vonatkozólag (német nyelven)

dent des halleschen Pietismus nicht allein auf das Fachliche seiner Disziplin, sondern betätigte sich als Agent bei Transport und Vertrieb des auf habsburgischem Territorium als Bannware gel­tenden pietistischen Schrifttums 14 . Für den 1724 in Halle graduierten Johannes Torkos Justus (1699—1770) muß sich aus ähnlichem Anlaß heraus eine prekäre Situation nach Rückkehr ins hei­matliche Raab ergeben haben: sein Vater schreibt hierüber nach Halle und meldet Francke, der Sohn habe große Schwierigkeiten mit der Nostrifizierung seines an der Academia Fridericiana erworbenen Diploms. 15 DAS ARCHIV DER DEUTSCHEN AKADEMIE DER NATURFORSCHER LEOPOLDINA Zumindest sieben der aus Ungarn gebürtigen halleschen Doktoranden — neben dem 1747 rezi­pierten und bereits erwähnten Adam Molnár sind das Georg Sigismund Liebezeit (1689—1739), Johann Wallaskay (1709—1767), Samuel von Drauth (gest. 1738), Georg Christian Maternus (1696—1777), David Samuel Madai (1709—1780) und Gerog Zacharides — wurden Mitglieder der heute als Deutsche Akademie der Naturforscher fortbestehenden Academia Naturae Curiosorum; wahrscheinlich waren es sogar acht, denn die Mitgliedschaft des Transsylvaniers Michael Gottli­eb Agnethler (1719—1752) scheint ebenfalls gesichert. 16 In den Jahren zwischen 1745 und 1769 war die Academia Naturae Curiosorum durch den als medizinischen Ordinarius und zugleich als Präses der Gesellschaft fungierenden Andreas Elias Büchner (1701—1769) organisatorisch in Hal­le verankert; Maternus, Madai, Molnár und Zacharides wurde von Halle aus das Aufnahmedip­lom zugestellt. Üblicherweise sandten die neuen Mitglieder ein Curriculum vitae ein, das im Akademiearchiv Verwahrung fand und somit bei der endgültigen Niederlassung der Gesellschaft in der Saalestadt seine Depositum erhielt. Unter der jeweiligen Matricula ist häufig auch eine Korrespondenz zu finden, die weitere Auskunft über die Arbeits- und Lebensumstände des Leopoldina-Mitglieds gibt. Schließlich erfahrt man aus dem Matrikelbuch der Gesellschaft gele­gentlich, wer dem amtierenden Präsidentem Büchner dem Vorschlag zur Berufung machte; bei den Ungarn war das nicht selten der hallesche Mediziner und Altertumsforscher Johann Heinrich Schulze (1687—1744), der für die meisten Ungarn in Halle die Rolle eines Mäzens und zugleich eines Hausarztes übernahm. 17 Nicht uninteressant sind in diesem Zusammenhang auch die Cur­ricula vitae von ungarischen Mitgliedern der Gesellschaft, die nur zeitweilig in Halle studierten, in ihren der Akademie vorgelegten Lebensdarstellungen aber auf die in Halle verbrachte Zeit ein­gehen. Die der Academia Naturae Curiosorum eingereichten Curricula sind ohnehin meist aus­führlicher gehalten als die der um Promotion einkommenden Studenten. So berichtet beispiels­weise Adam Molnár umfassend über seine Familienverhältnisse, über seine Gymnasialzeit in Ödenburg und in Preßburg, über die frühe (nicht-medizinische) Ausbildung in Halle und über seine Tätigkeit als Reisebegleiter und Hauslehrer. 18 Eine Reihe von Mitgliedern reichte vom ungarischen Tätigkeitsgebiet aus Manuskripte zur Ver­öffentlichung im akademieeigenen Publikationsorgan ein; aus Inhalt und Absenderadresse erfahrt man, wann und wo sich der Autor zur jeweiligen Zeit aufhielt und welche Forschungsrichtung seine bevorzugte Aufmerksamkeit fand. 14 Winter, E.: Die Pflege der west- und südslawischen Sprachen in Halle im 18. Jahrhundert, S. 227 und 229; Berlin 1954. !5 Berliner Francke-Nachlaß, Kapsel 27, Brief vom 29. Januar 1726. 16 Kaiser, W. : Das wissenschaftliche Werk des transsylvanischen Arztes und Altertumsforschers Michael Gottlieb Agnethler (1719—1752). Comm. Hist. Artis Med. 81, S. 73—87 (1977). 17 Kaiser, W, u. A. Völker: Johann Heinrich Schulze (1687—1744). Wiss. B. Univ. Halle 1980/45 (T 38); Halle 1980. 18 Archiv der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina; Matr. Nr. 549.

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