Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 105-106. (Budapest, 1984)
TANULMÁNYOK - Kaiser, W. — Völker, A.: Az első középeurópai gyermekkórház (német nyelven)
mit in die Erndte wenigstens des Nachmittags gehen können, damit sie durch die Bewegung von der Krätze mögen hefreyet werden" (Randnotiz: „mögte wol mehr ein praeservativum als curativum seyn"). 1. März 1726: „Die erste Classe der Orphanorum soll nach Verordnung des Medici täglich 2 Stunden Motion haben; viele aber wollen lieber etwas lernen, und machen sich nur 1 Stunde Motion." 4. November 1728: „Gegenwärtig haben wir keinen Orphanum Scabiosum, welches eine gute Frucht von der beständigen Motion ist." Über sämtliche die Krankenpflege betreffende Angelegenheiten hat Johann Juncker sorgfältig Buch geführt. Leider ist dieses Diarium verloren gegangen. Dem halleschen Chronisten Christian Gottlieb August Runde (1778—1835) muß es noch zur Verfügung gestanden haben; er registrierte für die Jahre zwischen 1730 und 1757 insgesamt 4577 Krankenhaus-Einweisungen. Gemäß der Rundeschen Statistik sind in dieser Zeit nur 209 Patienten im Feldgarten-Krankenhaus verstorben. 59 ARZT UND KRANKENHAUS Welchen Stellenwert hat für den Arzt des 18. Jahrhunderts innerhalb seines Aufgabenspektrums die Tätigkeit im Krankenhaus? War es trotz der niedrigen Salarierung attraktiv, eine derartige Position innezuhaben bzw. sie im Rahmen eines Medikats wahrzunehmen? Die Antwort hierauf muß individuell unterschiedlich ausfallen. Die vor dem Junckerschen Amtsantritt — d. h. vor 1717 — in den Anstalten wirkenden Ärzte einschließlich der Gebrüder Richter haben sich letztlich nicht voll und auch nicht auf Dauer dem Waisenhaus verbunden gefühlt. Erst für Johann Juncker wird diese Tätigkeit zu einem Zentralpunkt seines Wirkens, in dem klinische Medizin, ambulante Versorgung und Prophylaxe eine in sich geschlossene Einheit bilden. Hochschulambitionen mußten zwangsläufig zu kurz kommen, wenn man sich diesem Aufgabenkomplex mit der entsprechenden Intensität widmen wollte: Juncker ist schon lange Anstaltsarzt, als ihm die — nie mit sonderlicher Vehemenz angestrebte — Hochschulprofessur zuteil wird. Die umgekehrte Reihenfolge innerhalb des Berufsweges zeigt sich dann bei seinen Nachfolgern: durchweg sind es an der Medizinischen Fakultät verankerte Hochschullehrer, die das Medikat dann zusätzlich übernehmen: 1759 Friedrich Christian Juncker (1730—1770), 1770 Philipp Adolph Böhmer (1717—1789), 1789 Friedrich Adolph Richter (1748—1797) und 1797 Philipp Friedrich Theodor Meckel (1755—-1803). Böhmer und Meckel sind bei der Amtsübernahme bereits altgediente Ordinarien (seit 1741 bzw. seit 1777), Juncker jun. und Richter — letzterer ein Enkel von Christian Friedrich Richter — bekleiden außerordentliche Professuren (seit 1753 bzw. seit 1786) und avancieren im Jahr der Leitungsübernahme am Feldgarten — Klinikum zu Ordinarien. Die Akzente hatten sich aber inzwischen längst verschoben. Der wirtschaftliche Niedergang der Stiftungen bringt es spätestens von den siebziger Jahren an mit sich, daß die Subsidien für das Krankenhaus nur noch spärlich fließen; 60 bis dahin hatte man allein für die Armenambulanz Medikamente im Werte von mehr 59 Weissenborn, B. (Hrsgb.): Rundes Chronik der Stadt Halle 1750-1835; Halle 1933. 60 Welsch, H. : Die Franckeschen Stiftungen als wirtschaftliches Großunternehmen. Inaug.Dissert. ; Halle 1955.