Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 105-106. (Budapest, 1984)
TANULMÁNYOK - Kaiser, W. — Völker, A.: Az első középeurópai gyermekkórház (német nyelven)
die Kranken verfügt anfänglich nur der Arzt: später spricht auch der Inspektor ein wichtiges Wort mit: am 18. September 1752 wird vom Inspektor im Konferenzbuch eingetragen: „Vom Herrn Directore mir aufgegeben, die ordre in der Küche zu stellen, daß man dermahlen gefährl. liegenden Knaben auf die möglichste Arth mit weichen Speisen, und den Scabiosis mit Speisen nach Herrn Prof. Junckers Küchen Zettel versehen möchte, mithin wäre für erstem kaum Einer auf Butter, und für letztere das Schweinefleisch mit Sauerkraut nicht erlaubt." Johann Juncker, der seine Vorstellungen von einer zweckgerechten Ernährung auch wiederholt in den „wöchentlichen Hallischen Anzeigen" zur Kenntnis bringt, erklärt sich gemäi3 einem Protokoll-Vermerk vom 20. Januar 1738 bereit, Schülern und Anstaltspersonal „alle halbe Jahr eine Lectionem von der Diaete zu halten". Im Krankenaus sind des öfteren auch chirurgische Eingriffe vorgenommen worden. Im Protokoll vom 21. Juni 1707 liest man von einer schwerwiegenden Handverletzung, deren chirurgischer Behandlung Christian Sigismund Richter wenig Erfolgsaussichten zubilligt („und würde doch gleichwol nicht ohne Schmertzen, Kosten und einig hazard geschehen können"). Im Jahre 1750 steht eine Amputation zur Erwägung an; im Protokoll heißt es: „Wurde Herrn Insp. Fidecker aufgegeben, wegen des Scholaren Trades Schaden, der nach dem Medico judicio nur per amputationem gehoben werden kan, der Vormundschaft deßelben durch Einsendung des von Herrn Prof. Junckern zu fertigenden Status Cause Bericht zu verstatten." MEDICINA PRAESERVATORIA Im Aufgabenspektrum des Anstaltsarztes spielt die Vorbeuge-Medizin eine wichtige Rolle. Prophylaxe im weitesten Sinne des Wortes: das ist die Sorge für die Qualität von Speise und Trank, für Wohnraum und Individualhygiene, für eine angemessene Relation von Schulbesuch und Motion und vieles mehr. 50 Es ist kein Zufall, daß der meistgelesene und vielfach neu aufgelegte Gesundheitskatechismus des 18. Jahrhunderts der Feder von Christian Friedrich Richter entstammt 51-53 und in der populärmedizihischen Gesundheitsaufklärung des 18. Jahrhunderts die Publizistik hallescher Autoren dominiert. 54 ' 57 50 Völker, A. : Das populärwissenschaftliche Schrifttum von Johann Juncker. Wiss. B. Univ. Halle 1979/29 (T 31), H. 2, S. 41-54; Halle 1979. 51 Altmann, E. : Christian Friedrich Richter (1676 —1711 ). Arzt, Apotheker und Liederdichter des halleschen Pietismus. Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, Bd. 7; Witten 1972. 52 Richter, Chr. F.: Kurtzer und deutlicher Unterricht von dem Leibe und natürlichen Leben des Menschen etc.; Halle 1705. 53 ders. : Die höchts-nöthige Erkänntniß des Menschen, sonderlich nach dem Leibe und natürlichen Leben etc.: Halle 1710. 54 Barthel, I.: Über Diätetik und Gesundheitserziehung in den Medicinischen und Chirurgischen Berlinischen Wöchentlichen Nachrichten von Samuel Schaarschmidt. Inaug.-Dissertât (Med.) Berlin 1969. 55 Dreißigacker, E. : Populärmedizinische Zeitschriften des 18. Jahrhunderts zur hygienischen Volksaufklärung. Inaug.-Dissertat. (Med.); Marburg 1970. 56 Kaiser, W. : Populärmedizinische Gesundheitserziehung um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Zahn-, Mund- u. Kieferheilk. (64), 41-54 (1976). 57 ders. : Populärwissenschaftliche Gesundheitserziehung in den „Wöchentlichen Hallischen Anzeigen" des 18. Jahrhunderts. NTM 13, 37-50 (1976).