Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 105-106. (Budapest, 1984)

ADATTÁR - Lesky, E.: Klein 1846. február 20-i előterjesztése Semmelweis kinevezésére (német nyelven)

und Südosteuropa, den sogenannten Nachfolgestaaten der Monarchie, in so groi3­zügiger und echt imperialen Gesinnung leisteten, unbedankt geblieben. Im Gegenteil: im Falle Semmelweis machen sich seit jüngster Zeit sogar Tendenzen geltend —wir kommen später darauf zu sprechen —, die die Bedeutung der im Wiener Allgemeinen Krankenhaus für seine Entdeckung vorhandenen Institutionen zu minimalisieren trach­ten. Doch nun zur Interpretation der anderen Rubriken der Kompetententabelle. Aus ihnen geht klar hervor, dass Melicher, was Anciennität, Ausbildungsgrade und Sprach­kenntnisse anlagt, vor Semmelweis zu rangieren gewesen wäre. Denn Melicher war drei Jahre 10 älter als Semmelweis, besass ausser den üblicher Graden (Dr. med. et chir., Magister der Geburtshilfe) auch den Magister der Augen- und Zahnheilkunde und war „Operateur", d. h. er hat bei dem damaligen (noch) ausserordentlichen Professor der 2. Chirurgischen Klinik, Franz Schuh (1804—1865), 11 das k. k. Opretaeur-Institut absol­viert. 12 Ausserdem verfügte er über französische, italienische und englische Sprach­kenntnisse und konnte auf eine zweijährige Anstellung als Sekundarwundarzt im Allge­meinen Krankenhaus hinweisen und bereits auch auf wissenschaftliche Publikations­tätihkeit. 1845 war seine Monographie „Die angeborenen Verrenkungen" in Wien und daneben noch kleiner Aufsätze in der Österr. medizinischen Jahrbüchern 1843 und 1845 in der Österr. med. Wochenschrift erschienen. Klein aber setzte sich über all diese Kriterien hinweg, die nach der geltenden Norm Melicher der Vorzug gegeben hatten. Seine Wahl fiel auf Semmelweis und zwar aus einem einzigen fachlichen Grund (in dem wir ihm beipflichten), „indem derselbe beynahe durch zwey Jahre sich ausschließlich auf Geburtshilfe verlegte" und daher seiner Ansicht nach, für die geburtshilfliche Assistentenstelle besser geeignet war. Diesem Grund stimmte auch der Vice-Direktor Well in seinem Bericht vom 27. Februar 1846 bei und fuhr des weiteren fort: „Dessen ungeachtet wurde beide Bewerber zur mündlichen konkursartigen Prüfung berufen, es erschien aber nur Dr. Semmelweis Hiebei; Dr. Melicher ungeachtet vom Vice­direktor persönlich geladen, stellte sich zur Prüfung nicht, wahrscheinlich aus dem Grund, weil ihm die Hindernisse, die sich gegen seine Ernennung ergeben könnten, eröffnet wurden. Dr. Semmelweis hat bei Beantwortung der ihm als mündliche Konkurensprüfung gestell­ten Fragen: Wie werden die Zeichen der Schwangerschaft eingetheilt und welche derselben gehören zu jeder Abtheilung ? eine gute Auffassung, deutliche und fachkundige Darstellung, einen geordneten und klaren Vortrag und ein hinreichend kräftiges Sprachorgan bekundet. Er hat ferner bei dem 1. und 2. Rigor, [osumj den Calcul sat bene bei der Disputation den Calcul bene, dann bei dem 1. u. 2. chirjurgischen] Rigor.[osum] den Calvul sat bene erhalten. 10 In Wahrheit war Melicher nur 2 Jahre und 2 Monate älter als Semmelweis. Denn Melicher wurde am 9. September 1816 geboren, Semmelweis am 1. Juli 1818. 11 Zu Franz Schuh vgl. Lesky, Erna, zit. Anm. 5. S. 195 ff.; Eng. Ed. p. 168 ff. 12 Diese zu ihrer Zeit einzigartige Einrichtung, dass tüchtige junge Chirurgen nach ihrer Pro­motion ein zweijähriges Staatsstipendium zu ihrer praktischen Ausbildung in Chirurgie er­hielten, geht bereits auf das Jahr 1807 zurück. Vgl. Lesky, zit. Anm. 5. S. 62.

Next

/
Thumbnails
Contents