Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 102-104. (Budapest, 1983)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Kapronczay Károly—Szemkeö Endre: A magyar ápolónőképzés kezdetei

Die ersten Schwester-Ausbildungs-lnstitutionen in Europa waren die Privatschulen von Florence Nightingale, deren Organisation dem Aufbau der katholischen und protestantischen Krankenpflegerorden sich anpaßte. Dieses System, das auch als das kontinentale System genannt wird, bildete berufs- und private Krankenpfleger aus, die sich aber von der ärztlichen Aufsicht frei machen wollten. In den USA organisierte man neben den medizinischen Fakultäten auch Fakultäte für Krankenpfleger-Ausbildung, die unter ärztlicher Aufsicht standen. Dieses System war von Anfang an eine staatlich genehmigte Form, und galt als Muster von Europa zur Zeit der Jahrhundertwende, um die staatliche Anerkennung zu erreichen. Die Idee der Schwesterausbildung ist vom Roten Kreuz aufgenommen worden und verbreitete sich auch in dieser Form in ganz Europa. In Ungarn organisierte der Ungarische Landesverein der Hilfstätigen Frauen (als Vorläufer des Roten Kreuzes) Kurse, die 1881 vom Roten Kreuz übernommen wurden. Das Zentrum war im Elisabeth-Krankenhaus des Roten Kreuzes, wo das freiwillige und berufliche Pflegepersonal ausgebildet wurde. Bis zur Jahrhundertwende konnten hier 500 berufliche und fast zweitausend freiwillige Schwestern ausgebildet werden, welche Zahl nicht Mal den minimalen Bedarf deckte. Ab 1906 beschäftigte sich der Landesverein des Ungarischen Pflegepersonals mit der Ausbildung der Schwestern, später auch die nachein­ander zustandegekommenen glaubensgemeinschaftliche Institutionen. Nach dem I. Weltkrieg unternahm man einiges um die Ausbildung zu modernisieren und unter staatliche Aufsicht zu stellen. Nach 1918 veranstaltete der Stefania-Verband die Schwesterkurse im Interesse des Mutter- und Säuglingsschutzes. 1928 wurde in Debrecen neben der medizinischen Fakultät das staatliche Schwester- und Fürsorgerin Institut sowie 1922 die kirchlichen Schwester­kurse vom Innenministerium anerkannt. Zwischen den zwei Weltkriegen (1926) wurde die Schwesterausbildung unter die Aufsicht des Landesinstituts des Hygiene gestellt, das 1927 die einheitlichen Grundprinzipien bearbeitete. So vollzog sich die Schwester- und Pflegerinausbildung in den Universitätsstädten bzw. in anderen Institutionen (Rotes Kreuz. Stefania-Verband. Weißes Kreuz, kirchliche Ausbildungsinstitutionen). K. KAPRONCZAY, MA. PhD Deputy General Director of the ,.Semmelweis" Medical Historical Museum, Library and Archives, Secretary of the Hungarian Society for the History of Medicine Semmelweis Orvostörténeti Múzeum Budapest, Apród u. 1/3, Hungary, H —1013 E. SZEMKEÖ, MA. PhD Head of Department of the Ethnographical Museum Magyar Néprajzi Múzeum Budapest, Kossuth L. tér 12, Hungary, H —1055

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