Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 93-96. (Budapest, 1981)
TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram—Völker, Arina: Az Academia Naturae Curiosorum magyarországi tudós tagjainak kérdéséhez (17. és 18. sz.) (német nyelven)
essant mag in seinem Fall die Parallele zu von Born sein: Beide waren in die Academia Naturae Curiosorum berufen worden, als ihr Einsatz im ungarischen Raum bereits abgeschlossen war. Gleiches gilt auch für den aus Kronstadt gebürtigen Arzt-Botaniker Johann Hedwig, dessen Inskription am 10. September 1792 erfolgt : Hedwig hat zu diesem Termin eine neue Wahlheimat in Leipzig gefunden. Da eine persönliche Korrespondenz Hedwigs mit dem Akademiepräsidenten nicht mehr auffindbar ist, sei an dieser Stelle auf einige Äußerungen des berühmten Weltumseglers Georg Forster (1754—1794) zurückgegriffen, der sich in seinen Briefen voll des Lobes über den einstigen Transsylvanus äußert. Am 14. Mai 1784 schreibt Forster von Leipzig aus an seinen in Kassel und dann in Mainz tätigen Freund, den Anatomen Samuel Thomas Sömmering (1755—1830): „Dr. Hedwig ist ein gar guter, fleißiger, genauer und einsichtsvoller Botaniker; er arbeitet jetzt an einer Physik der Gewächse, die sehr viel Neues enthalten wird. Auf allen äußeren Teilen aller Pflanzen hat er Ausdünstungsöffnungen und Gefäße entdeckt; die Blätter haben die meisten. Durch alle Teile der Pflanzen gehen dann wieder die Spiralgefäße, die nie eins ins andere übergehen, sondern nur aneinander anliegen. In Wasserpflanzen sind diese Spiralgefäße nicht mehr spiral, sondern beinahe immer gerade. — Ich habe beiderlei Gefäße und die Ausdünstungsöffnung in der Epidermis sehr schön bei ihm gesehen. Die Akadf erntej d[er] W[issenschaften] in St. Petersburg hat seine Preisschrift über die Befruchtungsteile der Moose gekrönt und läßt hier bei Capieux unter Dr. Hedwigs Aufsicht, wo ich nicht irre, 37 Kupfer dazu stechen."1 Ähnlich anerkennend äußert sich Forster über Hedwig in einem am 18. Mai 1784 an seinen Schwiegervater, den Göttinger Philologen und Akademiesekretär Christian Gottlob Heyne (1729—1812) adressierten Brief: „Vielleicht interessiert es jemand in Göttingen, daß Herr D. Hedwig hier, der kürzt, den Preis der Petersburger Akademie wegen Befruchtung der Moose erhielt, jetzt an einem sehr wichtigen botanischen Werke, der Physik der Gewächse, arbeitet, welches in der Tat etwas Brauchbares und Gründliches, auf neue Wahrnehmungen Gegründetes sein wird. Er ist ein überaus fleißiger Beobachter, der neulich vom Kurfürsten erst 200 rthl. Pension bekommen hat, wobei er freilich nicht viel für seine Wissenschaft tun kann. Es ist aber doch erstaunend, wie oft unter dem Druck dergleichen Arbeiten manchmal am besten fortgehen. Sie werden alsdann die einzige Lieblingsbeschäftigung, das einzige Vergnügen des Mannes, dem sonst keine Quelle der Freude offen ist; er vertieft sich darein, und vergißt seinen Kummer so lange, bis ihn etwa seine zerüttete Ökonomie daran erinnert; und so wird immerfort beobachtet, entdeckt und wieder geprüft, was vorher beobachtet war.'''' Als Georg Forster diese Aussagen über Hedwig niederschreibt, wirkt letzterer als Arzt am städtischen Hospital zu Leipzig; Professuren an der Hochschule übernimmt er in der Folgezeit. Das von Forster als besonders bemerkenswert herausgestellte Buch ist die 1784 in Petersburg preisgekrönte „Theoria generationis et fructificationis plantarum cryptogamicarum Linnaei"; ihr war 1782/83 das in zwei Teilen in Leipzig edierte "Fundamentum Históriáé naturalis muscorum frondosorum" vorausgegangen. Während der Hochschuljahre beginnt Hedwig mit der Edition der zwischen 1787 und 1797 in vier Bänden veröffentlichten „Abbildungen kryptogamischer Gewächse"; in diese Phase seines forscherischen Engagements fällt demzufolge die Berufung in die Academia Naturae Curiosorum. Die Ausgabe seiner „Filium Genera et Species" hat der am 18. Februar 1799 fern der transsylvanischen Heimat verstorbene Arzt-Botaniker nicht mehr ganz erleben 21 Steiner. G. (Hrsgb.): Georg Forster. Werke in vier Bänden, Bd. IV, S. 238 u. 244; Leipzig (o. J.).