Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 89-91. (Budapest, 1980)
TANULMÁNYOK - Vida, Mária: A magyarországi Szt. Kozma- és Damján-tisztelet eredete és értelmezése (11—14. század) (német nyelven)
Tafelbild eines Wiener Meisters aus dem 15. Jahrhundert bekannt. 141 Lévárdy hat die genaue ungarische Übersetzung der in korrekter Latinität gedeuteten Bildüberschriften an einigen Stellen anders gedeutet: „Ein Engel befreit die beiden Geschwister" (III. Überschrift) obwohl es wortwörtlich übersetzt heisst: „der Engel hält sie", und es bedeutet einfach, dass er sie hütet. Auch die nächste Szene (IV), die Dämonbeschwörung ist missverständlich. Nach dem Erklärungstext will der Richter von ihnen die Kunst der Zauberei erlernen. Es erscheinen dann zwei Teufel und schlagen dem Richter ins Gesicht, es verschwinden sie jedoch auf Beschwörung der beiden Heiligen. Auf der Miniatur sieht man aber etwas anderes, und zwar das, was auch der Text unter dem Bild ausdrückt: wie die Dämonen in Anwesenheit des Königs vertrieben werden? Es ist auch unverständlich, warum er überall den „Richter" erwähnt, obwohl in der Bildlegende sowohl der Übersetzung, als auch dem ikonographischen Inhalt nach der „König" figuriert. Zwar werden in dem Anjou-Legendar zahlreiche wundervolle Verheilungen verewigt, ist die Darstellung der heilenden Tätigkeit aus der Geschichte von Kosma und Damian trotzdem weggelassen worden. Sie waren doch auch praktizierende Aerzte! Auch dieser Mangel spricht dafür, dass die Verehrung der beiden Heiligen eine Fortsetzung früherer Tradition war, und unabhängig von ihrer ärztlichen Praxis. Das ist aber natürlich! Wir wissen wohl, dass die ungarischen Könige, um diese Zeit nunmehr endgültig, im Messgewand von Székesfehérvár und mit einer, aus der lateinischen und der griechischen Krone von Géza I. zusammengestellten und als heilig geehrten Krone gekrönt wurden. Es ist ebenfalls sicher, dass es für Károly Róbert sehr wichtig sein sollte, sich in Székesfehérvár, durch den Erzbischof von Esztergom mit der Krone krönen zu lassen, welche als Heiligen Istváns Krone erachtet worden war. Es ist auch bekannt, dass er als Herrscher von Ungarn nur dann akzeptiert wurde, als man ihn zum dritten Mal, endlich unter den obigen Bedingungen, am 20. August 1310, am Tage Istváns zu salben vermochte. So kann man auch das nicht bewundern, dass die sowohl auf dem Krönungsmantel, als auch an der ungarischen Krone dargestellte Verehrung von Kosma und Damian auch für die AnjouHerrscher natürlich war. Die Selbstaufopferung des für seinen Glauben jede Folterung — den Wurf ins Meer und aufs Feuer, die Steinigung, Kreuzigung und Enthauptung — auf sich nehmenden Geschwisterpaares war das Vorbild für Károly Róbert und seine Vorgänger, die Könige der Arpád'schen Dynastie. Als Beweis unserer Hypothese dürfen wir noch ein, zwar wesentlich späteres, in der heimischen Kunst jedoch einmaliges Beispiel erwähnen: die zwei erhalten gebliebenen Tafelbilder eines einstigen Flügelaltars, das Fragment der Legende von Szepeshely. Der Titel der einer Szene heisst : die Heiligen Kosma und Damian vor dem Richter; und die der anderen: Enthauptung des Heiligen Kosmas. 1 * 2 Unsere hiesige Studie erzielt nicht, die am Anfang des 16. Jahrhunderts (und eventuell Ende des 15. Jahrhunderts) angefertigten Gemälde zu bewerten, sie wird nur durch den Ent141 Kurtk, B.: Seltene Legendenszenen auf einem spätgotischen Altarflügel. Zeitschrift für bildende Kunst. 63. (1929/30), 234. 141 Vgl. : Jacobus de Voragine: a.a.O. 739. 112 Radocsay D. : A középkori Magyarország táblaképei. (Die Tafelbilder des mittelalterlichen Ungarns). Bp. 1955. 443. — Holz, Ol, 66,5X40 cm., 66x40 cm. Zur Zeit sind sie im Besitz der Ungarischen Nationalgalerie. Inv. Nr.: 53.380., 53.381.