Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 89-91. (Budapest, 1980)
TANULMÁNYOK - Vida, Mária: A magyarországi Szt. Kozma- és Damján-tisztelet eredete és értelmezése (11—14. század) (német nyelven)
Das Heimatland seines Meisters mochte Syriens Nachbarland Armenien, oder eher Grusien gewesen sein, und Anna von Antiochien wollte sich vielleicht mit diesem orientalischen, der uralten ungarischen Kunst eine nahe Verwandschaft aufweisenden Goldschmiedekunststück gegenüber den Ungarn „gefällig erweisen". 84 In den mit Weihwasser vorgenommenen Heilung orthodoxer bzw. griechisch-katholischer Riten behauptet er die Auswirkung des in dem Zeichen des Kreuzes (im übertragenen Sinn : Christi) heilenden Nestorianismus. Diese Tradition lebt auch in Syrien, wo Anna von Antiochien erzogen wurde. Christi Sinnbild wiederholt sich dreimal auf dem Gefäss. Die beiden Flügellöwen, ein flügelloser Löwe und die sich am unten entzwei trennenden Palmenflügel sind Ergebnis christlicher Umdeutung der Kettlach-Kultur, die vor der Entstehung des Aspersoriums blutete. 85 Das wird auch dadurch bewiesen, dass auch die Funktion des Gefässes mit der heilenden Rolle Jesu in Verbindung steht. Die gleichzeitige Darstellung der „paarigen" Heiligen, in unserem Falle dieselbe von Kosma und Damian, ist aber noch kein Beweis dafür, dass das Aspersorium ausschliesslich in den orthodoxen Liturgien gebraucht worden wäre. 86 Sie wurden sowohl in den Liturgien der orthodoxen, als auch in den der westlichen Kirchen (lateinischen Ritus) immer paarweise dargestellt. Bereits auf den ältesten römischen Mosaiken figurieren die beiden Heiligen zusammen, auf den ungarischen Reliquien (Krönungsmantel, ungarische Krone, Wandgemälde, Legendárium usw.) aber ohne Ausnahme nur paarweise. Wenn auch der Gebrauch orientalischer Liturgie aufgrund des griechischen Textes, eventuell auch dem des Wasserweihgebetes ja, kann derselbe aber von uns aufgrund der paarweise vorgenommenen Darstellung nicht akzeptiert werden. Auch das den Christus vergegenwärtigende Löwen-Symbol ist einem nicht ungewöhnlich. Auch Fett ich erwähnt die ähnlichen, runden Löwen-Wappenscheiben von Esztergom, mit dem Farben-Symbolik-System romanischen Zeitalters im Hintergrund. Was in der sonst sehr gründlichen Arbeit selbst von Fettich nicht erwähnt wird: das Weihbecken weist ein einziges, seltenes Merkmal, und zwar die Darstellung der Heiligen Kosma und Damian auf. Er zählt bloss die in der orthodoxen Kirche paarweise dargestellten Heiligen: Kosma und Damianos; Kyros und Iohannes; Pantaleimon und Hermolaos auf. Er erwähnt es auch nicht mit Namen genau, welches von den drei Paaren auf dem Gefäss abgebildet ist. László Zolnay spricht dagegen mit Gewissheit von Kosma und Damian. 87 Wir sind aber der Meinung, dass es in Aspersorien-Darstellungen, sowohl in der lateinischen, als auch in der orthodoxenKirche, ein rares Thema ist. Wenn nun die Rolle der Anna von Antiochien in Anwendung der mit der urungarischen Kunst verwandten Goldschmiederei von Opiza auftauchte, warum hätte sie nicht eben dadurch „gefällig sein" können, dass sie — dem König Béla III. zuliebe — die paarigen Schutzheiligen der Arpád'schen Dynastie darstellen lässt? Was den Fundort anbelangt, halten wir es für erforderlich, folgendes zu erwähnen : das Weihbecken wurde in der Nähe der damaligen, zu Ehren des Heilands geweihten 84 Fettich N. : Ebenda 48. 85 Fettich N. : Ebenda 47. — Die nach dem Fundort in Nieder-Österreich benannte halb christliche, halb barbarisch-heidnische Andenkengruppe. 86 Fettich N.: Ebenda 42. 87 Fettich N.: Ebenda 36. Vgl. Zolnay L. : Kincses Magyarország. (Ungarn: ein Schatzland) Ebenda. 154. Derselbe: Ebenda (Fussnote 60.) 150.