Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 86. (Budapest, 1979)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK - ELŐADÁSOK - Bugyi Balázs: A Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften Budapesten 1929-ben tartott vándorgyűlése (német nyelven)

TAGUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR GESCHICHTE DER MEDIZIN UND DER NATURWISSENSCHAFTEN IM JAHRE 1929 ZU BUDAPEST BALÁZS BUGYI JEs ist ein halbes Jahrhundert her, daß die Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften ihre Wandertagung am 5—9. September 1929 in Budapest abgehalten hat. W. Artelt, damals wissenschaftlicher Assistent ne­ben Prof. P. Diepgen (Freiburg i.B.), später selbst Professor für Medizingeschichtc an der Universität Frankfurt a.M., hat die Budapester Tagung derart beurteilt, daß sie einen Periodenwechsel in der Geschichte der Gesellschaft bedeutete. Prof. H. Goer­ke (München) hat in seinem Festvortrag in Budapest, anläßlich seiner Wahl zum Ehrenmitglied der Ungarischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin im Jahre 1978, ebenfalls auf die Bedeutung dieser Tagung hingewiesen. Mit Recht, denn zwi­schen 1901 und 1976 hat die Deutsche Gesellschaft keine andere Wandertagung außer­halb des deutschen Sprachgebietes veranstaltet. Obwohl an den Tagungen der Gesell­schaft weder vorher, noch demnach so viele prominente ausländische Fachwissen­schaftler anwesend waren, wie an derjenigen zu Budapest, widmete ihr die damalige deutsche und ungarische Fachpresse keine gebührende Aufmerksamkeit. Der Verlauf, die Vorträge, die Teilnehmer der Tagung sind praktisch nur aus dem veröffentlichten Programmheft (aufbewahrt unter Nr. 71403 in der Széchényi National-Bibliothek, Budapest) kennen zu lernen. Nach 50 Jahren gebührt es sich, diese bereits historisch beurteilbare Zusammenkunft der Medizinhistoriker wieder in Erinnerung zu bringen. Dies scheint um so mehr begründet zu sein, weil die Ungarische Gesellschaft für Geschichte der Medizin auch heute sehr enge Beziehungen mit den medizinhistori­schen Vereinen, Instituten und Forschern aller Länder des deutschen Sprachgebietes unterhält. Der 1929 abgehaltenen Tagung wird eine besondere Bedeutung dadurch verliehen, daß sie einige Jahre vor Hitlers Machtergreifung stattfand und auch zahl­reiche solche deutsche Wissenschaftler daran teilnehmen konnten, die später emig­rieren oder sich vom öffentlichen Leben zurückziehen mußten. Die Medizinhistoriker des Weimarer Deutschlands haben also unter Mitwirkung ihrer ungarischen Kolle­gen mit einem gewissen internationalen Charakter diese bedeutsame Demonstration in Budapest veranstaltet. Der internationale Charakter der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften wurde außer den politischen Ereignissen natürlicherweise auch dadurch schädlich beeinflußt, daß inzwischen die Internationale Gesellschaft für Geschichte der Medizin im Jahre 1920 in Antwerpen (in Belgien) gegründet worden ist.

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