Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)

FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)

Zu Jenő Juhász: Wie ich in einem anderen Vortrag schon zeigte, aus dem Monats­bericht von Riedel vom August 1865 kann man entnehmen, daß die anderen drei Män­ner, die in gleichem Monat, wie Semmelweis in der Anstalt starben, den fast gleichen Autopsiebefund hinsichtlich des Gehirns aufwiesen (Hyperämie, Atrophie und Hydro­cephal), obwohl sie an unterschiedlichen Krankheiten starben. Das spricht dagegen, daß man diesen Einzelheiten pathologischen Wert beimessen kann. Abgesehen von einem wichtigen Punkt, was bei der Auswertung völlig außeracht gelassen wurde: Semmelweis wurde im August seziert. Damals wurden die Toten nicht gekühlt. Verwesungserscheinungen traten in Vordergrund. Gehirn und Rückenmark wurden noch mit weiteren 24 Stunden untersucht, weil Scheuthauer diese Teile ins Privat­laboratorium von Meynert bringen mußte. Der Grund, warum die Krankenpapiere über 100 Jahre nicht zur Verfügung gestellt worden sind, ist für mich klar: in Wien wußte man schon lange, wie sie zustandege­kommen waren, welche Fehler sie aufwiesen. Was sie nicht wußten, daß Semmelweis nie in einer Anstalt gestorben wäre, wenn er nicht dorthin „befördert" gewesen wäre. Den Grund kannten die Österreicher nicht. Den Kampf Semmel weis' im eigenen Lande, seine Stellung unter den Kollegen, deren Charakter und spezielles Verhältnis zu Semmelweis, die Umstände, wie er 1850 in Ungarn empfangen wurde (als nicht Revolutionär, den Wien unterstüzte), wie er dort Neid erntete und Feinde machte. Die Geschehnisse wurden mit der Zeit vergessen oder entstellt, je nach gusto. Er blieb immer ein Fremder unter den Professoren, den sie befürchteten, den sie beneideten und der ihnen mit der Zeit durch seine Angriffe auf die etablierten zu Rittern und Baronen gewordenen ausländischen Professoren unangenehm, lästig wurde. Die pragmatische Geschichtsschreibung, weiterhin die Geistesgeschichte lassen hier bisher ungeahnte Zusammenhänge aufdecken, die ich in Buchform veröffentlichen werde.* Zusammenfassend möchte ich folgendes sagen: Semmelweis litt nicht unter einer Geisteskrankheit. Er wurde von seinem Lehrstuhl entfernt, er ermöglichte zweifels­ohne durch sein Benehmen eine Annahme der Geistesstörung, wenn man wollte, und wurde in der Anstalt in Wien verletzt. Er starb an den Folgen der durch die dort zugezogenen Verletzungen, nachdem man seinen Zustand in Wien verkannte.** *Die Wahrheit über Semmelweis. Genf, Ariston VIg., 1978. **Unsere Meinung über Dr. Silló-Seidls Standpunkt, der auch in seinen Antworten zum Ausdruck kommt, wird in der Einleitung dieses Bandes bzw. in Dr. István Benedeks Abhandlung vorgebracht, ausgenommen die Fragen, die in den Äußerungen der Sach­verständigen einmal schon wie im voraus beantwortet sind. Benedeks Abhandlung in deutscher Sprache wird als selbständiger Band in Buchform erscheinen. Die deutsche Zusammenfassung der hier anschließend veröffentlichten ungarischen Fassung S. 186. (Red.)

Next

/
Thumbnails
Contents