Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)

FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)

zuge, verschwenderisch in seinen Ausgaben, seine EBlust nahm beträchtlich zu usw. Die aus den Beschreibungen bekannten Symptome können also zusammengefaßt werden, daß bei ihm eine bedeutsame Abnahme in der Wirksamkeit der seine zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmenden sozial-ethischen Normen er­folgte. Aus den zeitgenössischen Angaben fehlen aber vollkommen irgendwelche Symptome des motorischen und sensorischen Kreises. Dieses sehr plastische Verhaltungsbild aber paarte sich — ohne die für die progressive Paralyse charakteristischen organischen Symptomen — mit einer anatomischen Ver­änderung, nämlich mit der Atrophie der Frontallappen und mit konsekutivem Hydro­cephalus. Aufgrund der klinischen und der brauchbaren pathologischen Befunde — da weder die progressive Paralyse, noch die Arteriosklerose wahrscheinlich gemacht werden können — muß ich daran denken, daß Semmelweis' organische Gehirnkrankheit dem Krankheitsbild am nächsten steht, dessen Klinikum und pathologische Eigenartig­keiten heute schon wohlbekannt sind. Und dieses Krankheitsbild ist die Pick-Atrophie. Die von Bókai unterschriebene vorzügliche klinische Charakterisierung enthält — in kurzgefaßten, zutreffenden, sehr plastischen Sätzen — fast alle Symptome der Pick-Atrophie. Studieren wir das einschlägige Kapitel irgendwelches modernen Lehr­oder Handbuches für Neuropathologie durch, so können wir davon überzeugt werden. Diese Krankheit fängt am häufigsten in einem Lebensalter von 40—50 Jahren an. Je jünger der Kranke ist, desto schneller ist bei ihm die Progression. Die Ablaufszeit dauert 4—8 Jahre lang. Hauptsächlich die Frontallappen sind angerührt. Im motorischen und sensorischen Kreis zeigen sich kaum Veränderungen. Die leiten­den klinischen Symptome sind diejenigen Charakteristika der Persönlichkeitsänderung, die in Semmelweis' Krankheit fast vollzählig vorhanden waren. Das leitende morpho­logische Symptom in der Pick-Atrophie ist die Atrophie der Frontallappen, seltener und zur vorigen kommend die der Temporal läppen. Der histologische Befund, der die methodologischen Unvollkommenheiten seiner Zeit an sich trägt, hat leider keine Beweiskraft. Demungeachtet ist die Anwesenheit der aufs Zwei-, Dreifache gewachsenen, „aufgeblasenen" Zellen auffallend, die gewiß nicht für die paralysis progressiva oder arteriosclerosis cerebri charakteristisch sind, sondern ein heute schon wohl bekanntes und vielmals untersuchtes Charakteristikum der Pick-Atrophie darstellen. Daß bisher so vielerlei Ansichten über Semmelweis' organische Gehirnkrankheit in Umlauf gebracht sind, ist vielleicht damit zu begründen, daß man sich bestrebte, die tragischen Ereignisse der letzten Wochen aus den durch die Sepsis ausgelösten Symptomen des Nervensystems zu verstehen und zu erklären. Aufgrund der Krank­heitsgeschichte und des bereits früher kennengelernten Sektionsbefundes ist es zwei­fellos, daß es sich um eine Erkrankung des Nervensystems handelte, die zur Atrophie der Frontallappen führte; die schweren neurologischen Symptome der letzten Tage aber die Folge der tödlichen Sepsis waren.

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