Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)

FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)

aus drei unmittelbar nacheinanderfolgenden Jahren (1861—62—63), an denen die überraschenden Zeichen des stürmischen Altwerdens abzulesen sind. Atrophische Pro­zesse, in erster Linie die Pick-Atrophie, können zweifelsohne in Frage kommen. Meiner Meinung nach hat man bezüglich der Geisteskrankheit vieler großen Menschen den Verdacht auf progressive Paralyse gehegt, obwohl sie an Pick-Atrophie litten. Die von Meynert als geschwollene Nervenzellen angesehenen Gebilde könnten z. B. auch die Creutzfeldt — Jakob-Krankheit berücksichtigen lassen. Ich halte aber — im Gegensatz zu meiner eigenen früheren Ansicht, nach der Semmelweis' Debattenma­nier Symptom einer paranoiden Entwicklung gewesen wäre — jetzt für das wahr­scheinlichste, daß bei ihm wenigstens vom Anfang der 60er Jahre an dennoch die langsame Entwicklung der progressiven Paralyse vorhanden war, die dann im Juli 1865 foudroyant wurde. Es ist möglich, daß darin die exogene Infektion eine Rolle spielte, doch es hätte auch unabhängig davon erfolgen können. Was die Entwick­lung der Paralyse anbelangt, sollen wir als unbegründet betrachten, was jemand in der früheren Literatur hervorgebracht hatte, nämlich daß Semmelweis darum von der Dozentur in Wien abgedankt hätte, weil seine Paralyse bereits in Entfaltung gewesen wäre. Meiner Meinung nach haben wir keinen Grund für diese Vermutung. Die Umstände der Wiener Dozentur waren so unangenehm, daß ich mir leicht vorstellen kann: er bewarb sich darum, nur um zum Schluß die Szene „Kleines Blümlein, armes Blümlein, ich werfe dich doch weg" (Anspielung auf ein ungarisches Gedicht. Red.) aufführen zu können. Aus den Gesagten würde ich den Schluss ziehen, daß Semmelweis eine exogene Geistesstörung hatte, und es ist möglich, daß diese sich bereits vor der foudroyanten Manifestation chronisch entwickelt hatte. In diesem Fall kann die Diagnose der progressiven Paralyse angenommen werden. Was aus den Sektionsbefunden hin­nehmbar ist, gibt es darin nichts Charakteristisches, und die Einzelheiten des Sek­tionsbefundes — trotz voller Hochachtung den Obduzenten gegenüber — ent­sprechen in solchem Maße nicht den realen Erfordernissen, daß sie absolut außer acht gelassen werden sollen. Und jetzt kommen wir zur letzten Frage: Warum wir eigentlich diese Diskussion führen? Ich meine, es wäre gut, mit diesen heutigen Feststellungen der ganzen großen literarischen Aktion ein Ende zu setzen. Aus Fortführung kann soviel wie nichts hervorgehen, die Repliken könnten nur Gegenrepliken u. s. f. hervorrufen. PROF. DR. JENŐ JUHÁSZ, PATHOLOGE Erlauben Sie mir bitte, daß ich als Moderator nun mir selbst das Wort gebe und die neuropathologischen Befunde zusammenfassend meine Meinung äußere. Im Zusammenhang mit der Untersuchung des Nervensystems werden im Sektions­protokoll die Atrophie beider Frontallappen und als deren Folge der Hydrocephalus festgestellt. Die Atrophie der Stirn läppen stellt eine so auffallende Abänderung dar, daß diese Feststellung des Obduzenten mit voller Sicherheit angenommen werden kann. Die folgende Frage richte ich an die anwesenden Kliniker-Kollegen : Wie sollen

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