Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)
FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)
la, eine solche Krankheit ist die progressive Paralyse. Meinem Wissen nach war Károly Schaffer der erste, der in seiner 1939 bereits postum erschienenen kleinen Veröffentlichung ausführte, daß die letzte Krankheit eine akute exogene Reaktion jyämisch-septischen Ursprungs gewesen sein könnte. Das Wort „Paralyse" war bereits rüher — an die genauen Daten kann ich mich nicht erinnern — ab und zu gefallen ; das kommt aber — leider — im Zusammenhang mit der Geisteskrankheit vieler großen Vlenschen vor. Es ist im vorwiegenden Teil der Fälle ebensowenig gerechtfertigt wie lie Erwähnung der Epilepsie. Mit voller Entschiedenheit wurde die Frage der Paralyse /on meinem Freund Prof. István Benedek in den Vordergrund gestellt. Nun weiß ch nicht mehr, ob in einem wirklichen persönlichen Gespräch oder nur in einem nneren Dialog mit ihm, habe ich dagegen protestiert, oder zumindest sah ich lie Paralyse nicht als bewiesen an. Das hatte aber den folgenden Grund : Semmelweis* Benehmen war bereits vor dieser akuten Psychose zweifelsohne pathologisch. Die *anze Art, in der er den literarischen Streit geführt hatte, und die einige Interpretatoren 'rüher — insbesondere (wenn ich mich richtig erinnere) Prof. Nyirő und RegölyVlérei (der übrigens kein Fachmann war) — mit dem streitlustigen Geist der damaigen Zeiten zu erklären bestrebt waren, dieser Ton der Diskussion also hat — meiner VIeinung nach (obzwar man dazu Semmelweis' Werke noch gründlich analysieren lollte) — den damals üblichen Stil schon pathologisch übertroffen. Die progressive Paralyse kann sich auf eine sehr foudroyante Weise manifestieren. In diesem Fall ist es nöglich, daß es sich um eine solche etwa Anfang oder Mitte Juli zumindest dem Schein lach foudroyant manifest gewordene Paralyse handelt. Nun stellt sich die Frage, velche Symptome zu diesem Krankheitsbild passen. Auf die Pupillenreaktionen würde ch soviel wie nichts geben: Argyll Robertson ist in dieser Hinsicht überhaupt nicht naßgebend. Sehen wir in drei Lehrbüchen nach, so finden wir in ihnen zumindest iwei verschiedene Angaben. In einem Punkt stimmen aber wenigstens die modernen ^ehrbücher überein: in 10% — nach anderen Autoren in 15% — der Fälle der progressiven Paralyse bleibt die Lichtreaktion der Pupillen erhalten. Diese einzige Aufzeichnung somatischen Charakters in der Krankengeschichte hat also weder pro noch :ontra eine Bedeutung. Weiterhin können wir fragen, was aus dem pathologischinatomischen Befund in diese Richtung zeigt. Ich bin mit der Bemerkung von Prof, lenő Juhász einverstanden, daß die aufs Rückenmark bezüglichen Angaben vollkomnen unverwertbar sind. Ich gehe weiter: aus der ganzen Hirnbeschreibung sind bloss I Daten auszuwerten: die Leptomeningitis, die frontale Atrophie und der Hydroce)halus. Diese aber können in allen solchen organischen Krankheiten — ebenso wie las psychische klinische Syndrom — vorkommen, weshalb ihnen keine entscheidende iedeutung zukommt. Der Rückenmarksbefund ist völlig unbrauchbar, weil er in sich :inen Widerspruch enthält. Bei Degeneratio grisea funiculorum posteriorum lätten die hinteren Stränge kompakt und massiv sein sollen. Sie stellt nämlich :ine solche Gliose dar, die infolge keiner Fäulnis erweicht wird. Also Tabes oder Taboparalyse können nicht in Betracht kommen. Aber unabhängig von Tabes kann :ine progressive Paralyse vorhanden gewesen sein. Mit den mikroskopischen Beehreibungen können wir — wie ich glaube — nichts anfangen, denn es gab damals :eine einzige Methode, welche die Struktur der Nervenzelle hätte aufweisen können; :s gibt sogar auch dafür keine Garantie, daß die geschwollenen Zellen, die der pro»