Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)

FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)

pectoralen Abszesses erklärt würde. Dagegen spricht aber von chirurgischem Gesichts­punkt aus, daß die linke Lunge gesund war, so konnte daraus keine Luft hinaus­gelangen. Die subpectorale Gasphlegmone wird auch dadurch auf gehörige Weise erklärt, daß an derselben Seite ebenfalls eine Gasphlegmone des Zeigefingers beobach­tet wurde. All das scheint eine lymphogene Verbreitung nachzuweisen. 10. Es stellt zum Teil eine chirurgische Frage dar, in welchem Maß Semmelweis' Unruhe bei der Aufnahme und auch später mit seinem septischen Zustand zusammen­hängt. Von einem heutigen Standpunkt aus ist darum schwierig diese Frage zu be­antworten, weil man heutzutag keinen septischen Zustand ohne Behandlung beob­achten kann, die Kranken stehen nämlich unter der Wirkung verschiedener Medika­mente. In der „Allgemeinen chirurgischen Pathologie und Therapie", deren zweite Auflage in Semmelweis' Todesjahr beendet wurde und im nachfolgenden Jahr (1866) erschien, schrieb Theodor Billroth wie folgt: „Wodurch ist nun die Septicämie in ihrem Verlauf characterisirt ? Hier sind zunächst die Erscheinungen von Seiten des Nervensystems hervorzuheben; die Kranken sind ...schlafsüchtig..., selten ist eine furchtbare Aufregung; furibunde maniaccdisehe Delirien kommen vor ... Die Zunge ist trocken, oft holzig hart, wodurch die Sprache dieser Kranken etwas eigentümlich schwerfälliges bekommt. . ." (S. 375) All diese Symptome kommen in der Kranken­geschichte vor. PROF. DR. IMRE ZOLTÁN, GYNÄKOLOGE /. Die uns zur Verfügung gestellte Kopie der Krankengeschichte von Semmelweis, deren Original sich annehmbar im Besitz von Dr. Silló-Seidl befindet, hilft ohne Zweifel einem Mangel ab, weil die Forscher der Medizingeschichte, die sich mit Semmelweis' Krankheit und Tod befaßten, die Geschichte von Semmelweis' Pflege in der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt ganz bis jetzt vermißten. Für die Anschaffung der Krankengeschichte gebührt unser Dank Herrn Dr. Silló-Seidl. Man muß aber feststellen, daß außer dieser Tatsache nichts Neues zum Vorschein kam. Die Krankengeschichte enthält keine neue Angabe, die die diesbezügliche Vorstellung der Geschichtsschreiber in eine andere Richtung lenken würde. 2. Bókais „geschichtliche Mitteilung über den krankhaften Zustand des Professors Semmelweis" beinhaltet nichts mehr, als was die Semmelweis-Biographen auch bisher gekannt und geschrieben haben. Aus der Kopie stellt es sich nicht heraus, wann und warum Bókai diese Mitteilung geschrieben hat. Ich nehme an, daß seine Schrift als eine Art von Hetero-Anamnese für Semmelweis' Ärzte in Österreich gedient hat. Diese Frage ist aber unwesentlich, nachdem — wie ich es betont habe — Bókais Schrift keine bisher ungekannten Angaben enthält. 3. Die Geschichte der zwei Wochen, die ab Semmelweis' Aufnahme bis zu seinem Tod in der Irrenanstalt vergingen, beweist es zweifellos, daß Semmelweis an einer schweren Septico-Pyämie litt. Das wird von dem offenbar hohen Fieber, der Puls­frequenz 100—150, dem Durst, den Sprech- und Gehstörungen usw. bewiesen. Die unmittelbare Todesursache war offenbar der von der Pyämie verursachte toxische Zustand, bzw. die infolge dessen auftretende Kreislaufinsuffizienz (und nicht die

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