Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)
FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)
Hier soll jedoch bemerkt werden : Bókai erwähnte die Fingerverletzung von Semmelweis nicht. Sicherlich, weil er sie nicht gesehen hat. Kaum zu glauben, daß ein so gewissenhafter Arzt an der rechten (handgebenden) Hand ein „Gangrän" übersehen hätte, gar nicht auszusprechen übersehen wollte, wenn die Verletzung vorhanden gewesen wäre. Noch etwas: Bókai erwähnte mit keinem Wort den Hebammeneid usw., obwohl dieser einen sicheren Beweis für die Geistesstörung geliefert hätte. Warum nicht? Weil Bókai sie nicht kannte und nur später aufgetaucht sind. Durch Fleischer, der 1 Jahr später nach seiner Rede über Semmelweis schon erkrankt war. Zu dem Krankheitsverlauf: Semmelweis ist schon am 30. Juli in die Anstalt aufgenommen worden. An einem Sonntag. Der Diensthabende hatte 400 Kranken zu versorgen gehabt! Keine Zimmernummer, falsche Daten. (Die diesbezüglichen Einzelheiten s.: F. Némethy, Semmelweis' Krankengeschichte in Wien und die hinzugefügten Dokumente.) Die Beschreibung der Fingerverletzung kann auch auf einen Bluterguß, der innerhalb 24 Stunden nach der Aufnahme zustandegekommen ist, hindeuten, da die Eintragungen mindestens ein Tag später vorgenommen wurden. Die anderen Verletzungen wurden übersehen oder spät entdeckt, weil Semmelweis im größten Teil zum Bett gebunden lag. Das durchgestrichene Datum 31. (darunter 13.) führte mich zu dem Gedanken, daß die Krankengeschichte nachträglich geschrieben worden ist. Kein ungewöhnlicher Vorgang, jedoch in diesem Zusammenhang führt zu der völligen Umstellung der Auswertungen des inneren Inhalts. Die Schriftsachverständigen, Herr Richter in Frankfurt und Frau Rákos in Budapest, unabhängig voneinander, bestätigten eindeutig meinen Verdacht (das diesbezügliche Protokoll s. : Museum, Bibliothek und Archiv für Geschichte der Medizin „Semmelweis", No. 576—77). Danach muß man alle Ausführungen mit Vorbehalt annehmen. Abgesehen davon, daß bei so vielen Patienten und auf 15 Tage zurück kann kein Mensch so ein Gedächtnis haben, welches lückenlos funktioniert. D. h. die wichtigsten Angaben können da sie hinterher geschrieben worden sind, zielgestauert, „kosmetisiert" eingetrager sein. Mit anderen Worten, sie können verfälscht sein. Was die Aut psie anbetrifft: die Unterschiede lassen sich anhand meiner vergleichenden Tabellen ablesen.* Also ein zweites, echtes Sektionsprotokoll! Unterschiede hauptsächlich in dem Rückenmarkbefund. Als echt muß man den Befunc der Krankengeschichte betrachten, da dieser unmittelbar während der Sektion geschrieben wurde, während der Befund im Protokollbuch nur nachträglich, nacl Durchsicht und Korrektur eingetragen wurde. Durch weitere Studien sind mir aufgefallen, daß der Semmelweis einweisende Balassa kein Förderer von Semmelweis war, wie es bisher behauptet wurde. In Gegenteil. Die Beweise lassen sich vielfach aufführen. Z. B. er stellte keinen Gegen antrag, als Rupp und Schordann die ungarischen Sprachkenntnisse für die Professui nicht für notwendig hielten, er war für Diescher als Semmelweis' Nachfolger, dei bekanntlich kein Befürworter der Semmelweisschen Thesen war, Balassa fand an Kongreß 2 Wochen nach Semmelweis' Tod kein Wort für ihn usw., usw. Die Verbin *,,Die letzte Stätte von Semmelweis und sein echtes Sektionsprotokoll", Comm.Hist.Art Med. 80 (1976)61—82.P.