Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 80. (Budapest, 1976)

KÖZLEMÉNYEK - Silló-Seidl, Georg: Semmelweis életének utolsó állomásai és valódi boncjegyzőkönyve (német nyelven)

KÖZLEMÉNYEK DIE LETZTE STÄTTE VON SEMMELWEIS UND SEIN ECHTES SEKTIONS PROTOKOLL von GEORG SILLÓ-SEIDL D ie Wiener „Presse" 1 meldete am 16. August 1865, daß Semmelweis am 15. August um 11 Uhr in der Döblinger Privatheilanstalt gestorben sei. Die „All­gemeine Wiener Medizinische Zeitung" 2 datierte in ihrer Ausgabe vom 22. August 1865 den Tod Semmel weis zum 16. August um 11 Uhr in Döbling. Seit diesen un­wahren Angaben riß der Faden der Schwierigkeiten nicht ab, um Gewißheit über den letzten Aufenthaltsort des großen Arztes zu erfahren. In der Unsicherheit bzw. Verunsicherung der Nachforschungen spielten Wiener Amtsstellen eine bedeutende Rolle. Ihr bislang geschickter Versuch, die Krankengeschichte Semmelweis' der Öffentlichkeit vorzuenthalten, führte zur Verwirrung und zur Erhöhung unüber­prüfbarer Angaben. Als Medizinhistoriker die Frage stellten 3­4 in welcher Anstalt in Wien Semmel­weis eingeliefert und gestorben sei, stießen sie in dem Sektionsprotokolle, besser gesagt in der ihnen zur Verfügung gestellten Abschrift (wie sich noch herausstellen wird, hat dieser Unterschied auch eine Bedeutung), auf den Namen „Professor Mildner", von dessen Abteilung der verstorbene Semmelweis in das Pathologisch­Anatomische Institut Rokitanskys zur Sektion überliefert wurde 5 . Über Mildners Identität wurde lange Zeit gerätselt, bis Jantsch 6 mitteilte, daß Emanuel Mildner zur Zeit von Semmelweis Tod Primararzt in der Wiener Irrenanstalt, bzw. in deren Nachfolger, der Landesirrenanstalt Niederösterreichs war. Dagegen sprach Wit­telshöfer 7 irrtümlich über einen Joseph Mildner und Emanuel Maresch, als Primar­ärzte. Als zusätzliche Schwierigkeit erwies sich, daß der Antstaltsleiter nicht Mildner, sondern Josef Riedel hieß, was bei Chiari zu der Annahme führte, daß Semmelwies in einer Privatheilanstalt lag, die von Mildner geleitet wurde. Schürer v. Waldheim 8 wurde etwas präziser in seiner diesbezüglichen Angabe, ohne jedoch den Beweis zu liefern. Diese Bemerkung schicke ich deswegen voraus, weil Schürer v. Waldheim in seiner ausführlichen Semmelweis Monographie die Ein­Iieferungsumstära!c der. Erzählungen von Frau Hebra bzw. Frau Semmelweis zu­1 Presse 16. VIII. 1865 2 Allg. Wiener Med. Z., 10:279, 1865 3 Gortvay Gy.—Zoltán I.: Semmelweis, Akadémiai, Budapest, 1966 4 Darvas I.: Magyar Nőorvosok Lapja 25:385, 1967 5 Schönbauer, L. : Das medizinische Wien, Urban, Wien, 1947 6 Jantsch, M. : s. Benedek I.: Semmelweis és kora, Gondolat, Budapest, 1973 2 7 Wittelshöfer, L. : Wierís Heil- und Humanitätsanstalten, Seidel, Wien, 1856. S. 206 8 Schürer v. Waldheim, F.: Ignaz Philipp Semmelweis, Hartleben, Wien, 1905.

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