Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 73-74. (Budapest, 1975)
TANULMÁNYOK - Dittrich, Mauritz: Előremutató elemek a romantikus természetfilozófia életdefinícióiban (német nyelven)
unsichtbaren Wesen unsere Zuflucht zu nehmen, von deren Daseyn uns die Erfahrung keinen hinlänglichen Beweis giebt/' 50 Deimann wird mit diesem Bekenntnis zum Monismus so offen, wie ihn selten einer seiner Zeitgenossen geäußert hat. „Man bildete nemlich aus Materie und Kraft zwey verschiedene Begriffe, und sah nicht ein, daß Materie und Kraft der Materie Ein und Dasselbe ist/* 51 Das „organische Kraftvermögen" und „die Wirkung der natürlichen Reize" stehen bei ihm im Zentrum der Überlegungen. Wie Köllner wird auch Deimann zum Kritiker eines deduktiv aufgestellten Lebensbegriffes, indem er bewußt auf eine induktive Erforschung der Strukturen und Funktionen des Lebens orientiert. Auch er sieht in der „ursprünglichen Verschiedenheit und Mischung der Grundstoffe" den Grund „der organischen Kraftvermögen". 52 Dies gelte auch für die Entstehung des Lebens „in dem ersten Keime" 53 , da zum Spezifikum des Lebens die organisierte Affinität gehöre. Eine der leidenschaftlichsten Persönlichkeiten der medizinischen Empirie wurde Karl Asmund Rudolphi (1771—1832), dessen Leistungen auf dem Gebiete der Anatomie, Physiologie und Pathologie aus dem Geiste fortschrittlicher Männer resultierten. 54 Man kann ihn mit Recht als einen der ersten bezeichnen, in dessen Arbeit Forschung und Praxis eine gleichrangige Rolle spielten und der die bisherigen Traditionen der progressiven Wissenschaft in seinem Werk vereinte. Mit der genialen Fähigkeit, die Forschungsergebnisse seiner Zeit und seine eigenen Erfahrungen auf die Grundprobleme der Biologie anzuwenden, stieß er notwendigerweise auch auf die Frage nach der „Lebenskraft". Er sah im „nisus formativus" nur eine Äußerung der allgemeinen Erregbarkeit und betonte bei der Behandlung psychologischer Fragen seine monistische Stellung, wenn er sich auch vielfach vorsichtig als Agnostiker bezeichnete. „Das Daseyn oder das Hinzutreten eines Geistes oder einer Seele zum Körper erklärt uns das Leben nicht im Geringsten/* (1821) Diese Grundgedanken entwickelte er mitten in der Flut romantischer Ideen mit den Worten: „Die bloße Speculation erzeugt nur Hirngespinst'* (1821). Seine Berliner Wohnung war ein Treffpunkt für junge Wissenschaftler, zu denen u. a. auch der berühmte tschechische Physiologe Jan Evangélista Purkinê gehörte. Dieser Kreis um Rudolphi wurde ein Zentrum der Vorkämpfer der empirischen Linie in der Heilkunde und damit ein bedeutsames Kettenglied in der Kontinuität progressiver medizinischer und naturwissenschaftlicher Ideen. 50 Deimann, J, R : Ist die Lebenskraft im Thier- und Pflanzenreich der allgemeinen Grundkraft der Materie untergeordnet, oder ist sie eine eigene Grundkraft. In: Reils Archiv, Bd. 6, 534—535 (1805) 51 Ebenda, S. 524 52 Ebenda, S. 536 53 Ebenda, S. 542 54 Dittrich, M. ; Die Bedeutung von Karl Asmund Rudolphi (1771—1832) für die Entwicklung der Medizin und der Naturwissenschaften im 19, Jahrhundert. In: Wiss. Ztschr. d. EMA—Univ. Greifswald 16, Math.— Nat. R. Nr. 3, 249— 277 (1967). Dittrich, M. : Karl Asmund Rudolphi (1771—1832). Synthetiker von induktiver Naturwissenschaft und Medizin. In: Forschung — Praxis — Fortbildung 18, H. 11, 356—360 (1967)