Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 69-70. (Budapest, 1973)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Broglia, Valerio: Dr Némai M. József, egy magyar tudós és orvos (német nyelven)

Instrument: derPapillotom. 6 Aber der Hauptgegenstand seines Studiums war und blieb stets die menschliche Stimme und das menschliche Stimmorgan dieses herrlichste unter allen Musikinstrumenten: das Geheimnis der Stimme und des Sprachvermögens beim Menschen lüftete ja er selber! Dieses Geheim­nis steht in schroffem Gegensatz zu allen anderen Tieren, die nie zu sprechen, geschweige denn zu singen vermögen; der „Gesang" der Vögel ist bekanntlich eine ganz verschiedene Erscheinung und eher als ein „Flöten" zu bezeichnen. Dieses Hauptthema seines Wirkens hat nun Dr. Némái sein Leben lang, um mit Goethes „Faust" zu sagen, „durchaus studiert mit heissem Bemühn". Dabei möge man noch beachten, dass er seine tägliche Arbeit als praktischer Arzt zur Erhaltung seiner Familie nie unterbrochen hat. Es sei erlaubt, gleich an dieser Stelle das Urteil Prof. Dr. Michael Lenhosséks vorwegzunehmen, worin der berühmte Anatomiker die Resultate der Forschung Dr. Némais gebührend hervorhebt. Die folgenden Sätze sind Prof. Lenhosséks Handbuch der Anatomie entnommen: „Die mediale Oberfläche des Kehlkopf knor­pels, welche der entsprechenden Oberfläche des jenseitigen Knorpels gegenübersteht, ist niedrig und flach, was vom Standpunkt der Entstehung der menchlichen Stimme nicht gleichgültig ist; nur beim Menschen ist das so, bei den Säugetieren ist jene Oberfläche mehr oder weniger ausgehöhlt, was zur Folge hat, dass bei der Stimm­bildung zwischen den zwei zueinander anliegenden Stimmbändern ein offener Durchgang frei bleibt ; wodurch die Luft nicht durch einen vollkommen verschlossenen Schlitz gepresst wird, sondern unter ganz anderen Bedingungen durch den vorne geschlossenen und hinten geöffneten Teil des Stimmschlitzes strömt. Hieraus folgert Némái, dass nur der Mensch eine schöne musikalische Stimme besitzt, während die Säugetiere nur rauhe, krähende, bellende usw. Laute von sich zu geben vermögen" 1 Also den Menschen ausgenommen, haben alle anderen höheren Tiere, die mit zusammengepresster Luft eine Stimme oder Geräusch zu produzieren im Stande sind, eine grössere oder kleinere Lücke zwischen den aufeinander geschlossenen Stimmbändern aufzuweisen, da diese nie den Luftweg im Kehl­kopf (oder anderen Organen) vollkommen verschliessen können. Diese Lücke hat Dr. Némái in jahrzehntelanger, unermüdlicher Arbeit bei allen untersuchten Tieren immer wieder beobachtet und deren Bedeutung erkannt. Seine Untersuchungen galten besonders den höheren Affen, also den Primaten, die ja dem Menschen am nächsten stehen. Es ist bekannt, dass der fi Von diesem Papillotom erzählte Dr. Némái dem Verfasser, dass dieses Instrument auch mit einer Art Löffel ausgestattet war, sodass das Herunterfallen des abge­schnittenen Papilloms in die Luftwege erfolgreich verhindert wurde. Der Papillotom wurde seinerzeit von der ehemaligen Firma Calderoni (in Budapest, Vörösmarty tér) in einer beschränkten Anzahl angefertigt und verkauft. Diesen Hinweis verdankt Verf. der Freundlichkeit von Prof. Szentágothai von der Medizinischen Universität "Semmelweis" (Budapest), wofür ihm auch an dieser Stelle herzlichst gedankt sei. 7 Lenhossék Mihály: „Az ember anatómiája". Budapest, 1923. 172.

Next

/
Thumbnails
Contents