Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)

TANULMÁNYOK - Korompay, Bertalan: Edmund Krompecher (német nyelven)

hinterliess drei Söhne und eine Tochter. Seine Zwillingssöhne und seine Toch­ter wurden bereits hier geboren. Fast gleichzeitig mit diesem Haus wurde am Plattensee, in Balatonlelle, auch eine schöne Sommerfrische gebaut, in der die Kinder ihre Sommerferien verbrachten. Das Familienhaus wird auch heute noch von der Familie bewohnt. Durch das Erscheinen seines namenverewigenden Hauptwerkes und sein glückliches Familienleben neben seiner ihn ausgezeich­net ergänzenden, praktisch veranlagten Ehefrau — die sich nicht nach dem grossen Gesellschaftsleben sehnte, neben deutsch auch englisch gut sprach und ebenfalls natur- und kunstliebend war — gelangte seine bisher hochstrebende Karriere auf einen verhältmismässigen Ruhepunkt. Den Höhepunkt dürfte er in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erreicht haben. Doch kann man im Falle Krompechers nicht von einem sich Einfinden, noch weniger aber von einem Ausfall reden, weil er ständig in seinen Studien lebte und seine naturwissen­schaftlichen Untersuchungen Teile einer zusammenhängenden Forschungstä­tigkeit sind. Trotzdem begann mit seiner Heirat etwas Neues bei ihm, eine Art Ausweitungsprozess, der berufen war, seine Lebensform und seine Weltanschau­ung auszureifen. Am lebhaftesten offenbart sich dies auf dem Gebiet der Phi­losophie. Diese wurde — wie sein treuester Mitarbeiter und Schüler schreibt — nachgerade zu seiner „Schwäche". Seine philosophische Periode fiel zwischen die Jahre 1904—1910. Nachdem die Aussenwelt darüber nicht mehr weiss, als was im Anhang einer selbständigen Studie aus 1907 („Eine biologisch-philo­sophische Studie") auf rund dreissig Seiten verraten wird, ist es unvermeidlich, wenn nicht in die Schlussfolgerungen, aber doch in den Geist dieser Gedanken­gänge hier ein wenig einzugehen. Diese philosophischen Probleme wurden von der Epoche selber diktiert, durch die Erörterungen der Probleme „des Lebens". Als Krompecher sich für einen Augenblick seinen Krebsforschungen abwandte und einen Blick in die Welt der Naturwissenschaft warf, erinnerte er sich an seine überraschende Wahrnehmun­gen im Zusammenhang mit der Zellteilung, an seine in Paris erhaltene Ein­drücke darüber, dass manche die Fermentation so bewerten, als ein Kriterium des organischen Lebens : dann sah er sich solchen Problemen gegenübergestellt, die den Biologen veranlassten, sich an der damaligen literarischen Diskussion zu beteiligen und die in biologischen Fragen unbewanderte, nach der endlichen Erklärung strebende Philosophie durch naturwissenschaftliche Untersuchungen Zu unterstützen. Dies war die Zeit, deren höchstes Streben dem Eindringen in die Geheimnisse „des Lebens" galt, wobei die verschiedensten Richtungen —­Mechanisten, Vitalisten und Neovitalisten — mit vollem Einsatz für die Sieges­palme kämpften. In erwähntem Jahre erschien in Wiesbaden (bei Bergmann) seine in mehreren Belangen bahnbrechende, zusammenfassende und auch heute noch oft zitierte Arbeit „Kristallisation, Fermentation, Zelle und Leben". Zweifelsohne besass Krompecher alle zur Philosophie notwendigen Gegeben­heiten. Das abstrakte Denken und jene unerbittliche Kritik, welche hinter die Verallgemeinerungen zu blicken vermag, ohne den Radikalismus zu beeinträch­tigen, wenn irgendein Zweifel auftauchte. Dabei loderte in ihm — stärker als aller Destruktivismus — der Geist, der auf elementare Kenntnisse aufbauenden

Next

/
Thumbnails
Contents