Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Gács András: Adatok a szemüveg és a magyar látszerészet történetéhez

Es wird angenommen — wenn gleich nicht ohne einen Kern der Wahrscheinlich­keit —, da die Brille in der Regierungszeit des Mathias Corvinus nach Ungarn kam, namentlich durch Hofgelehrten und Priester des Königs, die zum guten Teil aus Italien stammten. Die Verbreitung des Augenglases in der Renaissance innerhalb und außerhalb Italiens wird durch eine beträchtliche Anzahl von Kunstgegenständen bestätigt. (Einige Beispiele werden erwähnt.) Auch liegt die Möglichkeit vor, daß die Brille durch die Vermittelung des Astronomen Regiomontanus — Johann Müller aus Königsberg — nach Ungarn kam. Derselbe war längere Zeit Hofbibliothekar des Königs Mathias. Verläßliche Angaben finden sich im Archiv der gräflichen Familie Nádasdy aus der Mitte des XVI. Jahrhunderts. Gräfin Ursula — geb. Kanizsay — beklagt sich in einem Brief, geschrieben um 1550, da sie ihre Brille zu Hause vergaß. Aus dersel­ben Zeit ist im Besitz des Ungarischen Nationalmuseums eine Brille aus gepregten Leder, verziert, doch — bedauerlicherweise — ohne Glaseinsatz. Die Vorherrschaft der Kurpfuscher — Scharlatane — die auf Grund eines Gnadenbriefs des Herrschers die kranken Augen behandelten, dauerte bis etwa Mitte des XVIII. Jahrhunderts. Noch länger reisten jedoch im Lande die wandern­den Optiker, die Brillen verkauften, herum. Denn erst 1819 wurde in Pest die Firma Calderoni gegründet, die sich mit dem Verkauf vom Augengläsern und allerlei modischen Artikeln befaßte und bis 1945 bestand. Ihre Größe verdankte sie zum Teil Franz Hopp, der mit 8 Jahren als Lehrling eintrat, das Handwerk erlernte —und viel später als Gründer des Ostasiatischen Museums in Budapest sich in der wissen­schaftlichen Welt einen wohlklingenden Namen erwarb. Auf Anregung des Grafen Stephan Széchenyi siedelte 1846 die aus Mähren herstammende Familie Libal aus Wien nach Pest über, und richtete die erste Werk­statt des Landes, wo Augengläser und verwandte Artikel erzeugt wurden, daselbst ein. Der offene Verkaufsladen der Familie — einer Dynastie von Optikern —, im Jahre 1871 eingerichtet, besteht noch heute — wenn auch nicht mehr im Besitz der Familie Libal. Doch sind auch die späten Nachkommen durchwegs Meister des Handwerks, und der Senior von Heute gibt im Rahmen der vorliegenden Abhand­lung interessante Einzelheiten des alten Handwerkes bekannt.

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