Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)
TANULMÁNYOK - Sattler Jenő: Arisztotelész műveinek egészségügyi vonatkozásai
wir dann verspüren, wenn wir uns der Herrschaft unseres Geistes über die Materie bewusst werden. Hierzu befähigt jedoch blos die philosophische Erkenntnis und das Denken. Die Tugend ist nicht angeboren, aber die Neigung sich diese anzueignen und zu vervollkommen ist in der menschlichen Natur vorhanden. Die unbeschränkte Freiheit des Willens ermöglicht die Ausübung der Tugend, da sie dem Menschen die Möglichkeit gibt seine Begierden zu bekämpfen. Das Wesentliche der Tugend ist den richtigen Mittelweg zu finden. „Mut erweist jener, der nicht waghalsig und nicht feig ist. Die schönste Tugend ist die Gerechtigkeit welche die Gemeinschaften zusammenhält." Der Staat sei als eine natürliche Formation anzusehen, da der Mensch ein Gesellschaftswesen (zoon politikon) ist — so lautet der Grundgedanke seiner Politik. Den Staat, der sich seiner Auffassung nach organisch aus der Familie und den Gemeinschaften entwickelt, hält er für die einzig geeignete Umgebung in welcher der Mensch seine Fähigkeiten harmonisch entfalten kann. Die Wirkung keines anderen Philosophen lässt sich mit der seinen vegleichen. Er eroberte die Araber und die christlichen Scholastiker. Die Bekämpfung seiner zu Dogmen geheiligten Aussprüche machte den Führern der Reformation, Luther, Comenius viel zu schaffen. Von Aristoteles wissen wir auch, dass er bereits die allgemeine Frage der Krankheitsursachen aufgeworfen hatte, wobei er diese jedoch so vereinfachte, dass er jede akute Krankheit der Galle zuschrieb. Ausserdem hatte er auch embryologische Ansichten und lehrte unter anderem, dass die Eltern mit dem auf der rechten Seite liegend ausgeübten Coitus Knaben und auf der linken Seite liegend, Mädchen zeugen und somit das Geschlecht ihrer Nachkommen bestimmen könnten, (Diese Auffassung besteht als Volksgaluben am Lande stellenweise auch noch heute.) Die Entstehung und das Verscheiden bedeutet Aristoteles gemäss nur eine neue Zusammensetzung und schrieb er diese der Vermischung der auch die Lebewesen bildenden Bestandteile zu. Auch von der Bedeutung der Urelemente und deren Rolle hatte er eine individuelle Vorstellung: „Wie kann Haar aus dem werden, was kein Haar — und Fleisch aus dem, was kein Fleisch war?" Eine grosse Rolle schreibt er auch den physiologischen Teilfragen zu. So hält er z. B. den Geruchsinn für die das Gehirn umgebende Luft — und kann er sict das Sehen nicht ohne die Tatsache vorstellen, dass die Pupille mit „der inneren Luft" in Berührung gelangt, da wir sonst nur schauen, aber nicht sehen würden. Von der Beschaffenheit dieser Luft, deren Vermischung mit dem Blut und derem unbehinderten, oder behinderten Weg hängt — der Ansicht von Aristoteles nach — nicht nur unser körperlicher Gesundheitszustand, sondern auch unser Wohlbefinden, oder Unbehagen ab. Letzterem gegenüber ist die Zunge am empfindlichsten, weil sie am weichsten ist und die Gefässe „die Kanäle der Luft" indirekt alle dorthin führen. Die meisten Zeichen der Krankheiten werden auf der Zunge offenbar. Der systematischen Sezierung menschlicher Körper stellten sich viele Hindernisse entgegen, so nahm er Sektionen grösstenteils an Tieren, hauptsächlich an Schweinen vor — diese waren später auch das offizielle Sektionsmaterial der „Schule von Salerno". Nebst der Anatomie des Tieres versuchte er auch durch die Untersuchung des menschlichen Skeletts auf die inneren Teile des Körpers hinzuweisen, wodurch er die Grundlagen der Topographischen Anatomie niederlegte.