Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Ruttkay, László: Jessenius mint a wittenbergi egyetem professzora (német nyelven)

welche sich dort befinden. Hier spricht er auch vom „Septum scroti", dessen eigentlicher Erfinder eben er war. Die detaillierte Beschreibung der im men­schlichen Körper befindlichen Organe beschreibt er in den I-VIII. Teilen des Buches, welche Teile er „administrationes" nennt. Nach der Bauchhöhle folgt der Thorax, wo er gegen Galen (!) behauptet, das bei der Einatmung die Aus­weiterung des Brustkorbes früher geschieht und dass die Lungen sich dann so „ex vacuo" erweitern um nach der Abnützung der eingeatmeter Luft der Thorax sich wieder zurückziehe. Bei der Beschreibung des Herzens geht er zuerst vom anatomischen Gesichts­punkt aus, dann gibt er seine Funktion bekannt, gemäss der Auffassung seiner Zeit (die richtige Erklärung des Kreislaufes war noch vor Harvey nicht bekannt!). Er erklärt, dass nach der Erweiterung des Herzens die rechte Herzkammer das Blut von der „cava" aufnimmt und leitet, die durch die „vena arterialis" auf­genommene Luft in die Lungen ; die linke Herzkammer arbeitet dagegen so, dass sie die Luft durch die „venöse" Schlagader treibt und die verbrachte Luft wird dadurch abgeführt. Darnach erklärt er das Verhältnis des Herzens und der Schlagader, die Funktion der Schlagader und der Arterien, zuletzt die Funktion des Pulses. In den VI-VIII. Abschnitten seiner Beschreibung befasst er sich mit dem Hals, mit den Mandeln, dann mit dem Schädel, Gehirn, mit dessen einzelnen Teilen, schliesslich mit den, den Kopf bedeckenden Haaren usw. Im VIII. Teil gibt er eine Beschreibung der Einrichtung und Funktion der Augen und der Ohren. Bei den Hörbeinchen schreibt er die Entdeckung des Hammers und Ambos dem Carpis zu, der Entdecker des Bügels ist laut ihm Joh. Philippus Ingrassia, den Gang, der sich vom Mittelohr angefangen bis zur Mundhöhle zieht, nennt er „tuba Eustachia". Schliesslich im letzten, IX. Teil spricht er über die Zunge, das Formen der Töne, über die Bewegung des Mundes und der Zunge, er beschreibt also den Mechanismus des Sprechens. Zum Schluss macht er die Glieder, die Plazierung der Muskel und der Sehnen im menschlichen Körper bekannt. Mit diesem Buch hatte Jessenius nichts anderes erreichen wollen, nur was er als seinen Titel bezeichnet: „Anatómiáé . . . abs se solenniter administratae história" d. h. die Erzählung (schriftliche oder mündliche Beschreibung) der von ihm feierlich vorgenommener Sezierung. Dieses Werk wollte er nicht mit der Feder eines Gelehrten für die Fachleute schreiben, sondern — wie wir es mit der heutigen Terminologie sagen würden: zur Popularisierung der Kennt­nisse über den Körper des Menschen. Also erstens zur Belehrung. Dieses Ziel hatte er auch erreicht, denn die „Anatómia Pragensis" diente an der deutschen Hochschulen mehrere Jahrzehnten als Lehrbuch, das die Studenten mit der neuen, reformierten Anatomie bekannt machte. Mehrere seine späteren Kritiker haben aber dieses Ziel nicht recht verstanden oder missverstanden. Um einige Beispiele zu erwähnen, berufen wir uns an Albert von Haller u an einen Gelehrten der Medizin und der Naturwissenschaften 54 A. v. Haller a. W. II. Bd. 229. S.

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