Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Kaiser, Wolfram—Völker, Arina: Soproni orvosok hallei és wittenbergi vonatkozásai (német nyelven)

„Piacúit itaque nobis impraesentiarum ex aliis ejusmodi Schematibus solium extra Choream designantibus hanc ultimam considerationem eligere, et peculiari aliquo speci­mine explicare. Acturi propterea DE ABORTUS NOXIA ET NEF AND A PRO­MOTIONS, ut partim in Medicina, partim in Lege divina aeque ac civili patescat, quid justum aut injustum sit et occurat in ejusmodi negotio, et quousque ignorantiae exclusio et malitiae suppressio et punitio extendenda sit atque urgenda. Faxit Divina dementia, ut hoc negotium ad vota succédât, et usum tarn in Medicina quam reliqua vita humana, certum aeque atque dignum promittat et exhibeat" [ 10]. Die Arbeit muss für die zeitgenössischen Ärzte hochinteressant gewesen sein, denn die gedruckte Dissertation ist bald vergriffen. So entschliesst sich Michael Alberti im Jahre 1729, eine Neuauflage zu veranlassen. Die Presse meldet hierzu : „ist allhier wieder aufgelegt des Herrn Hof- und Consistorial-Raths D. Alberti dis. de abortus noxia et nefanda promotione, welche An. 1711 Mense Januario gehalten, bey mehrern Jahren aber gäntzlich abgegangen : da nun dieshero vielfältige Nachfrage münd­und schrifftlich darnach geschehen, immassen diese Tractation ad Medicinám forensem gehöret 4 ' [11], Bei dem Vortrag von 1711 handelt es sich allerdings noch nicht um die Doktorarbeit von Liebezeit ; sie folgt erst zwei Jahre später und wird im März 1713 unter Stahlschem Vorsitz referiert. Das Thema lautet „De tumore oedema­toso podagrico" ; es ist gemäss dem Verzeichnis [12] des halleschen Chronisten Johann Christoph v, Dreyhaupt (1699-1768) die 113. durch Stahl vergebene Dissertation. Georg Sigismund Liebezeit konnte übrigens während seiner letzten Studien­jahre die Gesellschaft einiger Landsleute geniessen, von denen einer als Träger eines berühmten ungarischen Arztenamens ausgewiesen war: es ist Samuel Köleséri de Keres-Eer, Sohn des profilierten transsylvanischen Arztes Samuel Köleséri de Keres-Eer sen. (1663-1732). Der als „Eques Transsylvanus" eingetragene Köleséri jun. studiert Jura und disputiert 1712 „De expensis litis actori a reo subministrandis" ; die Widmung der gedruckten Arbeit gilt dem Vater „Aurifodinarum per Transylvaniam supremo inspectori". Einige Zeit später •— Liebezeit hat Halle inzwischen längst verlassen — kommt mit Stephan Tatay ein Stud. Theol. aus Sopron nach Halle: er inskribiert sich am 15. Oktober 1714 und scheint hier schnell Anschluss an den Schulmann und Slawisten Heinrich Milde (1676-1739) gefunden zu haben [13] ; letzterer lässt sich 1717 von Tatay den Titel eines ungarischen Gesangbuches notieren — der Zettel mit dem Vermerk des Soproner Theologen ist erhalten geblieben [14]. Nach Hause zurückgekehrt, lässt sich Liebezeit zunächst als Praktiker nieder. Hier ist inzwischen Andreas Loew verstorben und hat Johann Adam Gensei das Physikat übernommen — seit 1712 ist er Mitglied der Academia Imperialis Leopoldino-Carolina Naturae Curiosorum und seit 1714 deren Adjunct-Präsident. Mit Johann Jakob Neuhold (1700-1738) steht ein weiterer Landsmann aus Sop­ron kurz vor Beendigung des Studiums der Ars medica, das er als Theologe in Wittenberg begann, in Jena fortsetzte und 1722 in Leipzig abschliessen wird.

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