Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

Glaucha insgesamt 241 Einwohner das Wahlrecht besaßen, erschienen nur 22, von denen 15 ihre Stimme Madai gaben 2f) . Madai selbst besaß aktives und passives Wahlrecht, seitdem er am 1, Juni 1819 das hallesche Bürgerrecht erworben hatte, als er sich das Haus Mauergasse Nr. 1731 kaufen wollte 27 . Gemäß der Städteordnung mußte Madai 1838 aus dem Kollegium routine­mäßig ausscheiden, konnte sich jedoch der Wiederwahl stellen. Jetzt war eine Stichwahl nötig, bevor er sich seinen Sitz neu erringen konnte. Interessant ist, daß er in der folgenden Sitzungsperiode gemeinsam mit dem bereits erwähnten radikalen Demokraten und Hegel-Interpreten Rüge auf kommunalpolitischem Gebiet tätig wurde 28 . Beide befreundeten Männer, die auch nahe beieinander in der Mauergasse wohnten, scheiden dann Ende des Jahres 1841 aus der Stadtverordnetenversammlung aus 2 9 . Es muß schließlich auch erwähnt werden, daß Madais Frau jahrelang Mitglied des halleschen „Frauen-Vereins zur Bildung, Erhaltung und Bekleidung armer Waisen" war, dem nur Männer und Frauen einflußreicher Familien der Stadt angehörten. Karl Wilhelm Samuel v. Madai erwirbt in den dreißiger Jahren einige ab­bauträchtige Braunkohlengebiete in Zscherben und Schlettau und eröffnet hier 1839 eine Braunkohlengrube. 1850 umfaßt sie bereits eine Belegschaft von 52 Mann; ihre Förderleistung beträgt etwa 130 000 Tonnen 30 . Nach dem Tode des Besitzers annonciert die Witwe, daß sie mit ihren Söhnen das „Braun­kohlenwerk und Braunkohlenstein-Verkaufsgeschäft" fortführen wolle 31 . Karl Wilhelm Samuel v. Madai kann am 25. Juni 1850 sein Goldenes Doktor­jubiläum feiern — genau wie das einst sein Vater am 4. Januar 1813 vermocht hatte. Die hallesche Fakultät stellte bei derartigen Anlässen ein Diploma semi­seculare aus, und zweifellos sind auch die beiden Madai in den Besitz von derartigen Ehrenurkunden gekommen, die vor ihnen schon so profilierte Arzt­persönlichkeiten wie Anton Wilhelm Platz in Leipzig und Christoph Andreas Cothenius in Berlin in den Jahren 1778 und 1781 erhalten hatten. Übrigens hätte ja auch David Samuel Madai dieses Jubiläum fast erreicht, denn er war immerhin fast 48 Jahre als Arzt tätig, als ihn der Tod ereilte. 26 Stadtarchiv Halle: Histor. Aktenabt. III Cb, Nr. 4 27 Stadtarchiv Halle: Handschriften-Abt. B 3 28 Stadtarchiv Halle: Histor. Aktenabt. III Cb, Nr. 7 29 Piechocki, W.: Die kommunalpolitische Wirksamkeit Arnold Ruges in Halle während der Jahre 1831-1841. Wiss. Z. Univ. Halle XVI, 187 (1967) 30 Schultze-Galléra, S. v.: Die von Madaische Grube. Heide-Bote 9, Nr, 31, 32 u. 34 (1935) 31 Hallisches patriotisches Wochenblatt 52, 1734 (1851)

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