Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)
TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)
betrübliche Medicin unter denen Waysenhausschen Special Medicamenten Namen, in alle Theile der Welt versendet werden dürften 56 ". Madai schildert in diesem Zusammenhange ausführlich die von den Fälschern — darunter Stadtbeamte, Kaufleute und ein Apotheker aus Halle — geübten Praktiken, ihre Ware unter die Leute zu bringen. Danach gab es nicht nur Kupferstecher und Petschaftsschneider, die das Siegel der Medikamentenexpedition nachstachen und imitierten, sondern einen regelrechten Schmugglerring. Madai nennt sie „ Medicamenten-Reff-Träger" , welche die gefälschte Ware aus Halle „auf die keine halbe Stunde davor liegende Grenze" schaffen und dabei das nachgestochene Siegel mit sich führen „damit diese falls des Pfuschers auf seiner Medicin eigenes Pitschaft erkannt wird, sofort eine Parthey solcher Medicin nachmalen mit dem Richterischen Pitschaft über siegeln und vorgeben, wie der Reffträger sowohl Waysenhäuser Medicin als andere von Laboranten erhaltene Medicamenta verkauffe" 51 . Die schon erwähnte nahe Grenze zu Kursachsen machte Leipzig zum Umschlagplatz auch für diese Waren. Madai klagt darüber besonders heftig, war die Messe dieser bedeutenden Handelsstadt naturgemäß der wichtigste Ort zum Abschluß von Verträgen mit ausländischen Kunden der Medikamentenexpedition selbst: „Wie denn überhaupt sich auf den Leipziger Messen findet, daß die Pfuscher, die mit Medicin ausstehende Tische und ihre Medicamenten Träger besagte zum Verkauff habende Medicin, mit-gleichen Namen, welche die Waysenhäuser, von ihren Erfindern vor mehr denn 60 Jahren bekommen, durch aufgeklebte gedruckte Zettel benennet, und mit einem den Richterischen Medicamenten Petschaft oder einen jenen viele Gleichheit machenden Siegel bedrucket haben" 58 . Wie geschickt von solchen Betrügern vorgegangen wird, schildert Madai an anderer Stelle: „Der Kaufmann Johann Gottlieb Weber, welcher die Leipziger Meßen beziehet, daselbst ein offenes Gewölbe mit wollenen gedruckten Fabriquen Waren hält, hat in denen Meßen vor sein Gewölbe eine Taffei, worauf mit großen Buchstaben Hallische Medicin gestanden, auf öffentlicher Straße ausgehangen, und weiln ihme die Holländer, die Macedonier, Griechen, Ungarn und Siebenbürger, seine wollene Waren abgekauffet, so hat er selbigen die von dem Dreißig gefertigte, gleich dem Hallischen Waysenhaus benannte, versiegelte, und mit fälschlich nachgedruckten Waysenhäuser Medicamenten Berichten bekannt gemachte Mediän unter gleichem rabat, wie das Waysenhaus seinen auswärtigen Commissionairs zugestehet, verkauff et und zur Versendung mitgegeben" 5 *. Am 13. Dezember 1768 stirbt Johann Christoph v. Dreyhaupt, der bereits mehrmals erwähnte hallesche Chronist der ersten Jahrhunderthälfte. Damals 56 Verwaltungsarchiv der Franckeschen Stiftungen Tit. IX, Sekt. II, Nr. 22 pag. :i 57 ebendort pag. 5 58 ebendort pag. 5 59 ebendort pag. 5