Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Kaiser, Wolfram—Piechocki, Werner: Az eperjesi Raymann-orvoscsalád és hallei vonatkozásai (német nyelven) 2O7

sanctissimo in omnem divinam veritatem transducat, in eqaue non cognoscenda magis quam vivendo exprimenda dirigat, studiorum inprimis mutationem, quam a Parente TUO indulgentissimo ipsoque a DEO non obscuris voluntatis suae indiciis iussus, iam me­ditativ, ex nostris in medicas Scholas concessurus, fortunet abundantissime" 21 . Dieser Wortlaut besagt, daß es Johann Adam Raymann offenbar darum ging, daß sich sein Sohn Samuel in Halle zunächst eine subtile naturwissenschaftliche und auch philosophische Grundausbildung holen sollte, bevor er das eigent­liche Medizinstudium begann. Daß der Vater gerade Baumgarten als Lehrer wählte, rundet das Bild des Arztes in Eperjes aus geistesgeschichtlicher Sicht weiterhin ab. Auch Samuel Raymanns anderer Lehrer Christian Ernst Berth gehört übrigens zur gleichen Ausrichtung; der als tüchtiger Pädagoge aus­gewiesene Berth wird dann 1739 von Magister Semler an seine ins Leben geru­fene „mechanisch-ökonomische Schule" übernommen. Samuel Raymann erwirbt dann am 22. Januar 1738 in Halle mit der „Dispu­tatio qua quaedam opiniones de venaesectione expeduntur" den medizinischen Doktorgrad. Er trägt sein Referat unter Anleitung des Ordinarius Johann Hein­rich Schulze (1687-1744) vor; dieser nimmt sich damals besonders der un­garländischen Studenten an und gilt allgemein als ihr Betreuer und Hausarzt, wie eine zeitgenössische Aussage erhellt: „Hac tempestate se applicaverant populäres Hungáriáé Daciaeque, qui ibi Uteris navandis diversebantur, ad illum medicum ac philologum nobilem, loannem Henricum Schulzium, cuius et praelectionibus inhiabant, et morbis autem affecti consilio atque cura uteban­tur" 22 . Samuel Raymann ist dann eine nur kurze Arzttätigkeit in der Heimat vergönnt gewesen — schon 1740 ist er in Eperjes verstorben. Ein Jahr vorher hatte man (am 30. November 1739) in Sopron einen Arzt und Landsmann zu Grabe getragen, dessen Name damals einen gleichguten Klang wie derjenige der Raymanns aufweist: Georg Sigismund Liebezeit (1G89-1739). Auch er war Mitglied der Leopoldina (1721) gewesen und hatte neben dem Physikat von Sopron auch die Stelle eines Rates und Leibarztes beim Markgrafen von Bayreuth bekleidet. Sein Nachruf weist auf die berühmtesten ungarländischen Ärzte jener Epoche hin und nennt unter diesen auch Johann Adam Raymann: „Etsi enim aliae quoque Hungáriáé urbes vel ediderunt, vel coluerunt ingénia, quae patriam non minus, quam societatem hanc, illustrarunt, gloriaturque Posonium MOL­LERO, RAYGERO, WINDISCHIO, HERMANN O, Eperiesinum PATERSONIO, RAYMANNO, Leutchovia SPILENBERGERIS, Kesmarkinum F1SCHERO, aliae aliis : nostra tarnen, praesente saeculo, reliquas omnes tali foecunditate superasse vide­tur" 23 . 21 Wigand, E. C. ; De Veritate, S. 21. Halle 1735 22 Carpzow, J, B, : D. O. M. S. et eternae memoriae viri generosi doctissimique Michaelis Gottlieb Agnethler etc.; Helmstedt 1752 23 Memoria D. Georg. Sigism. Liebezeit etc.; Acta med.-phys. Vol. VII, Ap­pendix S. 309

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