Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 57-59. (Budapest, 1971)
TANULMÁNYOK - Perényi Frigyes: Gyógyszerészképzés a nagyszombati egyetemen 1770—1777
Mittel ständig zu kämpfen. Trotzdem hielt der standhafte Professor an seiner fortschrittlichen pädagogischen Auffassung fest. Die Botanik wurde nach dem System von Crantz, später nach dem von Linné unterrichtet. Der dritte verbindliche Lehrgegenstand, die Materia medica, wurde von Adam Ignaz Prandt gelesen, der das Hauptgewicht auf die Kenntnis der Wirkung, Dosirung und Zubereitungsform der Medikamente legte. Als Lehrbuch benutzte man das kleine dreibändige Werk von Crantz: Materia medica et chirurgica (1762). Der erwähnte Störcksche Lehrplan schrieb vier Rigorosa vor: 1. in Botanik, 2. in der Materia medica und pharmazeutica, 3, in Chemie und Universa pharmaceutica, 4. eine praktische Prüfung in einer der hierzu bestimmten Apotheken der Stadt. Aus dem Stoff der Prüfungen geht hervor, daß die Studenten, hauptsächlich im Rahmen der Chemie, auch in der praktischen Pharmazeutik unterwiesen wurden. Die Prüfungskommission bestand aus dem Vorsitzenden, dem jeweiligen Dekan, den Professoren der Chemie und der Botanik sowie aus zwei geladenen praktizierenden Pharmazeuten. Die Kandidaten, die die Prüfung bestanden hatten, legten einen Amtseid ab. Ihr Diplom wies sie als Magister aus. Für die Bemühungen der Universität war es in mancher Hinsicht nachteilig, daß einige Amtsärzte noch im Jahre 1775 auf ihr früheres Prüfungs- und Qualifikationsrecht nicht verzichten wollten. Aus den Unterlagen amtlicher Untersuchungen geht hervor, daß sich manche Pharmazeuten mit Berufung darauf dem Universitätsrigorosum entzogen. Die neue medizinische Fakultät der Universität Trnava wirkte sich nicht nur auf die Ausbildung, sondern auch auf die praktische Pharmazeutik positiv aus. Die handgreiflichste Folge war, daß sich die neuen Fachleute von höherer Bildung bewährten. Die medizinische Fakultät trug aber auch darüber hinaus in vielem zur Verbesserung der pharmazeutischen Versorgung bei. Nach altem Brauch hatte die Fakultät das Recht, an ihrem Sitz die Apotheken zu kontrollieren. Noch bedeutsamer aber war es, daß die in Trnava ausgebildeten Ärzte überall im Lande eine ähnliche Kontrolle ausübten. Bahnbrechend auf diesem Gebiet war die Tätigkeit der Ärzte Zakariás Huszty und Stephan Lumnitzer in Preßburg (Pozsony, heute Bratislava), deren gründliche Visitationsprotokolle vom Statthaltereirat gedruckt als amtliche Vorlagen allen Munizipialstellen zugeschickt wurden. Die Pharmazeuten waren wegen ihrer engbemessenen Ausbildung zu wissenschaftlichen, fachliterarischen und leitenden Arbeiten nicht berufen. Auch das wurde von den Ärzten übernommen. Hervorragend waren in dieser Hinsicht vor allem die Fachschriften des Zakariás Huszty und des Johann Haidenreich, die mit bislang ungewohnter Gründlichkeit auch die brennendsten Probleme der Pharmazeutik erörterten. Im Rückblick auf die Anfänge der Ausbildung von Pharmazeuten in Ungarn läßt sich zusammenfassend feststellen, daß die seit altersher übliche gewerbliche Ausbildung ab 1759 durch eine Prüfung vor dem zuständigen Amtsarzt zu approbieren war. Diese die Universitätsausbildung ersetzende Zeitspanne ging mit der Verordnung vom 4. November 1771 zuende. Die Universitätsprüfung der Pharmazeuten wurde durch die Constitutio generalis rei sanitatis am 4. Oktober 1770 verfügt, die medizinische Fakultät der Universität Trnava hierzu mit der Verordnung vom 12. September 1771 ermächtigt. Zu selben Zeit etwa wurde die Ausbildung von Pharmazeuten tatsächlich aufgenommen. Schließlich schrieb die 1775 erlassene Störcksche Studienvorlage für das Pharmaziestudium verbindliche Hochschulvorlesungen vor. Künftig hatten die Pharmaziestudenten an allen Privilegien der Universität teil.