Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 46-47. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Regöly-Mérei Gyula: Etikai és morális elemek Semmelweis életművében (Német nyelven)

Normalen. Schaffer hebt hervor, dass Semmelweis sein Leben dem Ziele, die Mütter zu retten opferte, dazu verwendete er seine ganze seelische und körper­liche Kraft, und benahm sich im Kampf für die Wahrheit seiner Lehre als tragischer Held. Der Nervenarzt, /. Benedek [22] ist bezüglich Semmelweis der Meinung, dass sich die Genialität öfters mit einem überempfindlichen und überfeinen Nerven­system, mit einem düsteren Gemüt, ja sogar mit fanatischer Einseitigkeit und Monomanie gesellen kann. Gy. Nyíró', der vor kurzem verstorbener Professor der Psychiatrie zu Budapest, betont folgendes [23]: „Wenn das Genie auf eine wertbeständige Wahrheit mit humaner Bedeutung stösst, kann in seiner Persönlichkeit eine eigenartige Entwicklung entstehen, die man gewöhnlich als Ausdehnung der Persönlichkeit, expansive Persön­lichkeitsentwicklung bezeichnet. Das trat auch bei Semmelweis ein. Er wurde zum Besessenen der Wahrheit. Er kämpfte mit starker Gemütsbetonung, mit ausdauernder Leidenschaft für Anerkennung seiner Wahrheit. Da er auf viel Wiederstand stiess, wurde er ungeduldig und reizbar, gleichzeitig aber opferte er sein ganzes Können, sein ganzes Wesen dem Bestreben, den Wert seiner Entdeckung für das Leben der gebärenden Frauen vollauf zur Geltung zu bringen. Daraus wird erklärlich, dass er seine Lehre oft wiederholte, sie immer wieder verkündete, dass er aufbrauste, wenn er kein Verständnis fand. Die expansive Persönlichkeitsentwicklung ist keine Krank­heit, doch bedeutet sie eine eigenartige, für den Mann des Alltags schwer verständ­liche Hartnäckigkeit, Unbeugsamkeit und im Vergleich zum Durchschnittsmenschen eine gesteigerte Tatkraft" [23]. Sigerist betont mit Recht [24], das Buch von Semmelweis wäre zum Über­brücken der letzten Missverständnisse bezüglich seiner Lehre geeignet gewesen. Est ist anders geschehen. Wir denken an Petrarca : „Quid est opus verbis ? cura, semper dixi, medicel". Es sollen noch die Mortalitätszahlen kurz überblickt werden. In den fünfziger Jahren starben 8 Frauen von 933 Gebärenden an der Abteilung von Semmelweis im Rochus-Spital (Pest). Der Grund dieser Infektionen wurde durch Semmelweis klargelegt. An seiner Klinik verminderte sich die Mortalität unter 1%, mit Aus­nahme dieser beiden Jahre, wo die unrein gewaschte Wäsche einen Infektions­herd bedeutete, wie das Semmelweis feststellte [9]. In den meisten Gebärhausern Europas herrschte demgegenüber das Kind­bettfieber weiter. Wegen der erhöhten Mortalität wurde das Tor des Gebär­hauses in Prag eine Zeitlang geschlossen. Während kurzer Zeit starben zu Würzburg bei Scanzoni von 99 Frauen 9 an Puerperalfieber [25]. Semmelweis macht sich auch selbst verantwortlich: „Ich trage in mir das Be­wusstsein, dass seit dem Jahre 1847 tausende und tausende von Wöchnerinnen und Säuglinge gestorben sind, welche nicht gestorben wären, wenn ich nicht geschwiegen, sondern jedem Irrthume, welcher über Puerperal-Fieber verbreitet wurde, die nötige Zurechtweisung hätte zu Theil werden lassen ..." [25]. Verschlossenheit, starke Gemütsbetonung und gesteigerte Reizbarkeit be­kennzeichnen die letzte Epoche seines Lebens [Gortvay und Zoltán, 26]. Aus dieser Zeit stammen die „Offenen Briefe".

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