Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 44. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Rochlin, D. G.: Paläopathologische Forschungen und das Problem des Alters der Syphilis

aufweist. Deshalb haben die Forscher die Möglichkeit, das Gefühl der Befriedi­gung zu empfinden, in dem sie auf dem Gebiet der Paläopathologie arbeiten. Um die sehr variierenden Erscheinungen der Krankheiten zu erkennen, den Kranken zu behandeln und desto mehr den Krankheiten vorzubeugen, muss man die Gesetzmässigkeiten ihrer Entstehung und Entwicklung kennen. „Diese Gesetzmässigkeiten reichen nicht nur in die Tiefe des individuellen Lebens hinein, sondern auch in die graue Vorzeit, in die Geschichte der Entwicklung des Menschen" (I. W. Dawydowsky). Auf diese Weise wurde gegenwärtig die Paläopathologie zu einer Disziplin, die eine wissenschaftlich — medizinische (theoretische und praktische), sowie auch allgemeinkulturelle Bedeutung hat. Noch grössere Perspektiven eröffnen sich für die Paläopathologie des Menschen bei der Gegenüberstellung mit den entsprechenden paläopathologischen An­gaben bei den niedriger stehenden Organismen. Ich habe nicht die Möglichkeit in dieser Mitteilung auf die Errungenschaften hinzuweisen, die von einer Reihe von Forschern erzielt wurden, von Vertretern der paläopathologischen Wissenschaft in denselben (schon genannten) und auch in anderen Ländern. Recht ausführlich habe ich das in einigen Dutzend Artikeln dargelegt, die von mir vom Jahre 1933 an (wie auch zusammen mit meinen Kollegen) veröffentlicht worden waren; besonders aber in meiner Monographie: „Krankheiten der Menschen im Altertum" (Ausgabe „Wissenschaft", M. L., 1965). Ich halte es aber als meine sehr angenehme Pflicht auf den besonders wertvollen Beitrag ungarischer Gelehrten in die gegenwärtige Paläopathologie hinzuweisen. Begründer der Paläopathologie in Ungarn war B. Entz. Funda­mental sind die jüngst erschienenen 3 Bände der Paläopathologie von A. Tas­nádi—Kubacska (Urtiere), Gy. Regöly-Mérei (Paläopathologia humana) und L. Bartu.cz (primitive Schädel), redagiert von Á. Palla. Es beschäftigen sich noch in Ungarn mit Paläopathologie: L. Haranghy, F. Farkas, L. Harsányi, G. Gáspárdy, Gy. Huszár, D. Schranz und B, Bugyi, als Anthropologen: M. Ma­Ián, J. Nemeskéri und T. Tóth, als Archäologen: /. Dombay und /. Erdélyi. Zur Zeit sind schon auf Grund eines grossen paläopathologischen Materials die Erscheinungen des vorzeitigen Alterns und der Abnutzung des Knochen­gelenkapparates — deformierende Arthrose, Spondylose und Osteohondrose genügend erforscht worden. Auf ebenso umfangreichem Material sind die trau­matischen Veränderungen und ihre Folgen studiert worden. Die Kyphose Halbwüchsiger als Folge der Summierung von Mikrotraumen ist ebenfalls auf Grund von umfangreichem fossilem Material dargestellt worden. Diese Unter­suchungen haben es unter anderem ermöglicht, die fehlerhaften Vorstellungen von dem Entstehen, Verlauf und Ausgang der Kyphose bei Halbwüchsigen zu überwinden, und die Vermutung von Mau, dass das eine der Formen von Osteochondropathie ist, zu verwerfen. Die grosse Häufigkeit der genannten Erkrankungen und der von ihnen be­dingten Formveränderungen, die grosse Sterblichkeit unter den Kindern, die Seltenheit der Skelette von Greisen entkleideten überzeugend des Ruhmes die Legende vom „goldenen Zeitalter" einer beliebigen Epoche, angefangen vom neanderthaler Menschentypus bis zu Zeiten, die nicht so weit von uns abliegen.

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