Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 43. (Budapest, 1967)

Tanulmányok — Közlemények - D. Tutzke: Die Auswirkungen der Lehre von Semmelweis auf die öffentliche Gesundheitspflege

Von all diesen Statistiken kommt denjenigen der 1. und 2. Wiener Gebärklinik hier eine besondere Bedeutung zu, weil sie unmittel­bare Beziehung zu Semmelweis haben. Erna Lesky hat unlängst sehr schön dargelegt, wie Semmelweis die puerperalen Mortali­tätsverhältnisse dieser beiden Gebärkliniken miteinander ver­glich, um per exclusionem, jener von Joseph Skoda in die Klinik eingeführten Methode, „das Gestrüpp von fiktiven Ätiologismen" zu lichten. Das Ergebnis war die hinreichend bekannte, naturwis­senschaftlich fundierte Erkenntnis, daß die bedeutend höhere Sterblichkeit an der 1. Gebärklinik die Folge einer Infektion der Geburtsteile durch den mit Leichengift verunreinigten Finger der Ärzte bzw. Studenten war [lo]. Die Entdeckung von Semmelweis war ein erneuter Beweis für die Richtigkeit der damals ohnehin gültigen Auffassung von der Präpondernaz des Kindbettfiebers in Gebäranstalten. Diese Auf­fassung war offensichtlich das Ergebnis eines uneingeschränk­ten Vertrauens in die Zuverlässigkeit der zeitgenössischen Statis­tik, obwohl es irgendwie merkwürdig anmutet, daß bei der Spär­lichkeit statistischer Angaben über Kindbettfieber bei Hausent­bundenen niemals die berechtigte Frage nach der Vollständigkeit der Daten aufgeworfen wurde. Selbst für einen Experten der medi­zinischen Statistik wie Friedrich Oesterlen war es eine Gewißheit, „daß man in Gebärhäusern ceteris paribus viel häufiger an Kind­bettfieber erkrankt und stirbt als anderswo" [13], und der Professor der Frauenheilkunde Rudolf Dohm glaubte noch 188G, daß die puerperale Mortalität der Gebärhäuser noch für längere Zeit nicht auf den Prozentsatz der Privatpraxis reduziert werden könne Tatsächlich hatte sich jedoch bis zu diesem Zeitpunkt die puer­perale Mortalität in Anstalten infolge peinlicher Befolgung anti­septischer und aseptischer Maßnahmen ganz erheblich verringert, während dies für die Sterblichkeit an Kindbettfieber außerhalb von Entbindungsanstalten nicht behauptet werden konnte [4]. Diese Erkenntnis beruhte auf den inzwischen angestellten relativ exakten statistischen Vergleichen zwischen der puerpuralen Mor­talität in und außerhalb von Gebärhäusern. Wir verweisen in diesem Zusammenhang nur auf die ausgezeichnete Studie des prak-

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