Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 43. (Budapest, 1967)

Tanulmányok — Közlemények - Erna Lesky: Ignaz Philipp -Semmelweis und die Wiener medizinische Schule

suchungskommission, um an der ersten Gebärklinik den Erfolg der Chlorwaschungen zweifelsfrei zu beweisen; zum anderen hatte Semmelweis sein Gesuch um Verlängerung der Assistentenzeit an der I. Gebärklinik vorgelegt. Beide Verhandlungsgegenstände wurden sofort Streitobjekt im Kampf um die Hochschulautonomie, wobei Rosas auf der einen Seite und Skoda auf der anderen sich als Haupt­gegner gegenübertraten. Weit mehr als der bisher immer wieder gennante Klein trägt der Vicedirektor Rosas die Verantwortung für die Semmelweis bereiteten Schwierigkeiten. Für das raffinierte Schaukelspiel, das er in dieser Situation des Ueberganges trieb, nur zwei Beispiele : als Semmelweis um die Verlängerung der Assisten­tur einreichte, suchte Rosas auf der einen Seite das Professoren­kollegium und dadurch die starke für Semmelweis kämpfende Re­formergruppe auszuschalten, dass er den alten Verfahrensweg, der das Gesuch über den Vicedirektor an das Ministerium leitete, als noch verbindlich erklärte. Dann jedoch operierte er wieder mit der Autonomie einer neuen Ordnung, wonach der einzelne Pro­fessor allein das Recht hätte, seinen Assistenten vorzuschlagen. Der Effekt war der Gleiche : Ausschaltung des Professorenkollegiums und da der vorschlagende Professor Klein hiess, gelang es mit solcher Taktik eine Verlängerung von Semmelweis' Assistentenzeit tatsächlich zu verhindern. Dasselbe Schaukelspiel wiederholte sich, als Skoda in der Ab­sicht, der grossartigen Entdeckung Semmelweis' die Bahn zu brechen, am 10. Jänner 1849 die Einsetzung einer Kommission beantragte, die an der Klinik Klein Untersuchungen durchführen sollte. Auch da trat Rosas diesem Antrag unter Berufung auf die alte Ordnung entgegen: die Einsetzung einer Kommission liege nicht in der Kompetenz des Professorenkollegiums, müsse vielmehr dem Ministerium vorbehalten bleiben. Andererseits aber unterstützte er den Protest Kleins gegen die Einsetzung der von Skoda beantrag­ten Kommission mit einem aus dem Bereich der Universitätsauto­nomie genommenen Argument: die Freiheit der Forschung, die dem einzelnen Professor zu sichern sei, lasse eine derartige Inter­vention nicht zu. In diesen mit aller Härte geführten Auseinandersetzungen war es Skoda, der die Hauptlast des Kampfes um Semmelweis trug.

Next

/
Thumbnails
Contents