Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 41. (Budapest, 1967)

Migály Béla: Erklärung der phylogenetischen Entfaltung der Bipedie von physischer Hinsicht

rupedische Reflex mit Phasenverspätung beweist aber überzeugend, dass der Mensch im Gang zu vier Füssen in der selben Weise koordiniert, wie es bei den Tieren üblich ist. Wenn jedoch der Mensch bereits ursprünglich zu zwei Füssen ging, würde er wohl einen komplizierten Mechanismus zur Steuerung des Ganges zu vier Füssen brauchen? Die Antwort darauf kann nur „nein" lau­ten. Es ist ausser Zweifel, dass die Ahnen des Menschen zu vier Füssen gehende Wesen waren, Mitglieder dieser Linie der Entwick­lung die von dem Zustandekommen des Lebens bis zum Homo sapiens führte. Der mit Phasenverspätung verbundene quadrupedische Reflex ist auch ein Beweis dafür. Natürlich taucht nun da die Frage auf, welche wären jene Bedingungen, welche im Laufe der Mensch­werdung den diagonalen Gang zu vier Gliedern samt allen seinen Requisiten —alseine aus der Urzeit zurückgebliebene Erscheinung — intakt bestehen Hessen. Die in diesem Aufsatz festgestellte Behaup­tungen befestigen auch die bislang allgemein gewordene Annahme, dass der Mensch viel eher mit einer an den Bäumen sich aufhalten­den Lebensweise aufhörte, als dass sich seine Gliederbewegungen in solchem Maase degradiert hätten, wie das beidem — mit dem Menschen gemeinsammen Ahnen abstamenden — Chimpanzen und Gorillen der Fall ist. Die Anpassung an den Gang zu zwei Füssen könnte parallel mit der allmählichen, langsamen Verschwinden der Quadrupedie vor sich gehen, wobei der quadrupedische Teil der Gerhirnzentren und der Nervenbahnen immer mehr in Hin­tergrund geriet, so dass sie jetzt allgemein nur noch in einigen Wochen der Frühkindheit zu mancher physiologischer Rolle gelangen. Diese Entfaltung des Ganges von der Quadrupedie zur Bipedie spielte sich unter der Lenkung der Entwicklungsgesetze des Mensch­werdens, ist also ein Ergebnis der Evolution. Die Aufdeckung des im Hintergrund stechenden quadrupedischen Reflexes macht einen tiefen Einblick in die Urgeschichte der Menschheit möglich, wider­legt wirksam auch die Theorie über den Homo praesapiens und ist somit auch aus diesem Gesichtspunkt bedeutungsvoll.

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