Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 33. (Budapest, 1964)

Dr. Frantisek Pachner: Semmelweis és Prága

sepsis und die Mortonsche Erfindung der Narkose unerwähnt lassen — über Semmelweissens Sieg über das Kindbettfieber und über Jenners Sieg über die schwarze Blattern. Für uns ist es heute unbegreiflich, dass Prag in der Zeit seiner medizinischen und wissenschaftlichen Blüte in Fragen des medi­zinischen Fortschrittes ganze Jahrehnte lang sich auf beschämenden Irrwegen befunden hat. Es wäre aber unrichtig und bis zu einem gewissen Grade ungerecht, wenn aus dem Vorhergesagten der Eindruck entstünde, dass die gesamte Prager Fakultät derselben Ansicht war, wie die obgenannten Professoren, dass alle überzeugt waren, dass die Semmelweisschen Entdeckungen nutzlos sind und weder einen wissenschaftlichen, noch einen praktischen Wert haben. Nein! Auch in Prag gab es zu Semmelweissens Zeiten Gelehrte, die mit seiner Lehre voll einverstanden waren. Wir nennen an erster Stelle Johann Baptist Chiari Es ist der­selbe Chiari, bei welchem Semmelweis in den Jahren 1842—1844 seine praktische Ausbildung in der Geburtshilfe erworben hat, so dass ihm im August desselben Jahres der Magistertitel der Geburtshilfe zuerkannt wurde. Chiari war zu dieser Zeit Assistent auf der Kleinschen Klinik und war ausserdem Kleins Schwiegersohn, Nach Kiwischs Tod wurde er Professor der Prager Ärzteklinik, wirkte dort aber nur kurze Zeit und kehrte 1854 nach Wien zurück als Professor am Josefinum, ist aber kurz darauf an Cholera gestorben. Chiari hat Semmelweis gut gekannt, er kannte ihn als fleissigen, wissenschftlichen Arbeiter und war vom Anfang an von der Richtigkeit der Semmelweisschen Entdeckungen und Ansichten vollkommen überzeugt. Und das ungeachtet dessen, dass Professor Klein, sein Schwiegervater und Semmelweisscher Chef dessen Erfolge mehr als skeptisch betrachtete, sie für rein zufällig hielt und sich mit einem nachsichtigen Lächeln über sie äusserte. Er widmete ihnen keine besondere Aufmerksamkeit und trachtete eher ihren Wert herabzusetzen, als Semmelweis bei seiner strebsamen Arbeit zu unterstützen. Chiari hatte dagegen volles Vertrauen zu den Semmelweisschen Erfolgen und als er dann 1854 nach Wien zurückkehrte, publizierte er zur Verteidigung der Semmelweisschen Wahrheit einige sehr demonstrative Fälle von 8 Orvostörténeti Könyvtár közi. 113

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