Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 33. (Budapest, 1964)
Dr. Frantisek Pachner: Semmelweis és Prága
Noch in ganz jungen Jahren (1849—1852) schrieb er in umfangreiches Lehrbuch der Geburtshilfe, in welchem er dem Puerperalfieber einige Kapitel widmete. In schöner Sprache, mit Hilfe von Halbwahrheiten und sogar mit Lügen inokulierte er seinen Hörern und Lesern seine pseudowissenschaftliche Wahrheiten. Er behauptete z. B., dass die Mortalität des Puerperalfibers in direktem Verhältniss zur Geburtsdauer stehe. Semmelweis selbst hat diesem Detail in keiner Weise widersprochen, er fügte aber erklärend hinzu, dass die verlängerte Geburt an sich die Frau traumatisiere und dass dabei häufig operiert werden muss und — was das Wichtigste ist — dass im Geburtsverlauf häufiger innerlich untersucht wird und in den Geschlechtsorganen öfters manipuliert wird und auf diese Weise infektiöse Stoffe in die Geburtswege eingeführt werden. Dieses Lehrbuch (Scanzoni schrieb es als er erst 28—31 Jahre alt und Assistent bei Jungmann war) ist umfangreich, zweibändig und ist viermal nacheinander erschienen. Es wurde eines der gesuchtesten Lehrbüchern der Geburtshilfe seiner Zeit und verbreitete die damalige Ignoranz über das Puerperalfieber in weiten Kreisen. Er fasste seine Theorien über die Ursachen des Kindbettfiebers in pseudowissenschaftlicher Vielrederei zusammen und sprach über den Genius epidemicus, atmospherische und tellurische Einflüsse, über Hyperinose des Blutes, über die Pyämische Dyskrasie, über die Dissolution des Blutes, über grundlegende unterstützende Momente, wie z. B. körperliche Widerstandsfähigkeit, Geburtsdauer, seelische Erregung, Diätfehler, „Überfüllung der geburtshilflichen Anstalten, und Ähnliches". Scanzonis Opposition war also von ausserordentlicher Bedeutung. Er war ja wirklich ein Mann von grosser Welt, Hofrat, Hofgeburtshelfer mehrerer Herrscherfamilien, ein Gelehrter überhäuft mit Ordnen und Auszeichnungen. Es ist kein Wunder, dass eine derartige Opposition selbst die Zeit überdauerte, da die Semmelweisische Lehre bereits die ganze geburtshilfliche Welt erobert hatte, als Semmelweis schon längst tot war und als seine Lehre schon fast nirgends auf Widerstand gestossen ist. Das Scanzonische Lehrbuch erfüllte seine Sendung. Wie bedeutungsvoll, hart und kämpferisch Scanzonis Opposition war, geht am besten aus derTatsache hervor, dass Semmelweis es für nötig und vom Stand-