Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 17. (Budapest, 1960)

Dr. Földes Vilmos: Kuruzslók és javasasszonyok

cpe3yjibTaTaMH Jie^eOHbix, HayHHO-Bpa^eoHbix AocTH^Ken HÖ H y^ajieHHeM paőoTaiouiHx $ajibiiiHBHMH cpeacTBaMH 3Haxapeö. ZUSAMMENFASSUNG Von Kurpfuscherei, die den Strafbestimmungen des jeweils wirksamen Straf­rechtes unterliegt, kann nur dort und insofern die Rede sein, wo und wenn man bereits ausgestaltete Aerzte- bzw. sonstige heiltätige Stande antrifft. Das Problem der Kurpfuscherei ist somit scharf zu unterscheiden von dem der Volksmedizin, welch letztere nicht nur in Mitteln und Methoden, vielmehr auch in ihren Principien von der naturwissenschaftlichen Medizin grundver­schieden ist, ihre Anwendung immerhin durchhaus nicht der Quacksalberei, im missbilligendem Sinne dieses Wortes, entspricht. Volksmedizin ist ein Teil der unerschöpflichen Welt des Volksglaubens und der Volksbräuche. Grundlagen des völkischen Heilverfahrens sind: die ,,globale Weltan­schauung" des Volkes, ihre „egozentrische Integrität", Verbundenheit mit der Umwelt, mit dem magichen Weltbild und die mit diesem verflochtenen völker­psychologischen Eigentümlichkeiten, „Analogie" und „Sympathie". In der Beurteilung der Krankheitserreger spielt für die Volksmedizin der Aberglaube, die sogenannte „glaubensbedingte Aetiologie" eine vornehme Rolle. Eines der wichtigsten und gefährlichsten Eingriffe des Kurpfuschers, des Kräuterweibes ist die Verhexung und ihre verschiedenen Abarten. Späte Nach­klänge solcher Verwünschung und Gesundbeterei finden sich in den Fluch­formeln des Volksmundes, deren mystisches Element jedoch durch häufigen Gebrauch fast völlig abgestreift wurde. In der vom Volksglauben bedingten Aetiologie sind hinsichtlich der Krank­heitserreger auch die „verbotenen Handlungen" von Bedeutung. Diesen ist aber heute nurmehr eine zum Anstand erziehende Wirkung beizumessen. In dieser Beziehung spielen auch Naturkräfte und -erscheinungen (Sonne, Mond, Sterne, Wind, Kälte usw.) eine bedeutende Rolle. Diagnostische Hinweise der Volksmedizin fanden in mystischen Rahmen statt. Im Falle der Behexung, Verwünschung ist z. B. diese „rückgängig zu machen" und der Medizinmann verfährt als „Beschauer" usw. Verbeugungsverfahren sind: das Fernhalten, Vermeiden, Irreführen, Ver­stecken. Der Medizinmann ist in der Volksheilkunde „erblich", hierzu „geboren" bewandert. Sein Ansehen verdankt er menschlichen Tugenden, Fähigkeiten, zuweilen seinem Aeusseren und den erzielten Heilerfolgen, wogegen Kurp­fuscher zumeist marktschreierischer Reklame bedürfen, um leichtgläubige Massen für sich zu gewinnen. 9* 131

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