Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 15-16. (Budapest, 1959)

Dr. Mihóczy László: A hippokratészi corpus phthisiologiája

gar oft feuchte Brustfellenentzündung (pleuritis exudativa) bzw. Haemothorax­Vereiterung mitspielt. Auch in diesem Zusammenhange stellt er fest, die im Organismus schleichende Erkrankung - nach dem heutigen Stand der Medizin: eine Infektion - genüge an und für sich nicht, die Krankheit zu voller Ent­faltung zu bringen, hierzu sei auch die dauernd oder augenblicklich ge­schwächte Widerstandskraft des Organismus erforderlich. Ausser dem „Undulations-Geräusch" beschreibt Hippokrates auch die für die trockene Brustfellenentzündung bezeichende Friktion. Er wandte auch die von Laenec neuentdeckte- Auskultation schon an und beschreibt sehr plastisch den Abhorchbefund. Erstaunlich zeitgemäss mutet die von Hippokrates bei Brustfellentzündung und Eiterbrust angewandte „chirurgische" Behandlung an. Es ist ihm die Tatsache bekannt, dass bei vereiterter Brustfellentzündung der Durchbruch, - „empyema necessitatis" - eine häufige Folgeerscheinung ist. Er bleibt aber angesichts dieses Vorganges nicht untätig, er öffnet den Brustkorb und be­müht sich, mit Hilfe einer Stichpunktion den Vorlauf in günstiger Richtung zu beeinflussen. Er pungiert auch, um eine genau Diagnose stellen zu können, betont aber entschieden die Notwendigkeit der therapischen Stichpunktion, um die Flüssigkeit zu entfernen. Sehr ausführlich beschreibt er die Methode, mit welcher das Pungieren durchzuführen sei. Es ist ihm bekannt, dass die Flüssig­keit allmählich, in kleinen Mengen abgezapft werden müsse, weil widrigen­falls das Verfahren den Kranken gefährden könnte. Um den Organismus nicht zu überanstrengen, pungierte er häufig, oft viele Tage hindurch. Überdies wusch er die Brusthöhle regelmässig aus, ähnlich wie heute bei Behandlung der Eiterbrust, Er wandte nebst alldem auch die Drainage an und entfernte aus der geheilten Wunde die Röhre mit grösster Fachkenntnis. SUMMARY The Work of Hippokrates is dealing in detils with description, etiology and forms of appearance of tuberculosis, pleurisy and pyopneumothorax. It dis­cusses in details the possibilities of the establishment of the diagnosis, and gives very often astonishingly developed therapeutical instructions. The contagious character of tuberculosis-in contradistinstion to the opinion of some researchers-was unknown to Hippokrates. Many such factors were however known to him, which are almost equivalent in the development of the illness ith the pathogen. He knows the inclinating effect of age and pro­portionate constitution. He attaches great importance to the significance of condition, corporal and mental capability of resistance. He knew that pleurisy

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