Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 14. (Budapest, 1959)

Ákos Palla: Sibilla unguentaria im Lichte der neuesten Forschung

in jener Zeit allgemein festgesetzten Materialnormen entspre­chend verfertigt. Diese unsere letzte Feststellung ist schon als Tatsache zu wer­ten, sie bekräftigt unsere bisherigen Bedenken und würde auch ohne sonstige Belege an und für sich beweisen, dass die Bronz­tafel ein Falsifikat ist. Vergleicht man nun schliesslich die bisherigen Ergebnisse, die lediglich auf logischem Wege erreicht wurden - und die daher auf Irrtum und Befangenheit beruhen konnten, so wird ihre etwaige Unbestimmtheit durch die Materialprüfung aufgehoben, meine eingangs geäusserte Meinung erweist sich somit als annehmbar. Für die Medizingeschichte mag dieser Sachverhalt wohl eine Enttäuschung sein, und einen Verlust bedeuten, immerhin ist er von Standpunkt der sachlichen Wahrheit nicht gleichgültig. Nun haben wir uns einer wissenschaftlich nicht haltbaren Hypothese, die in einem späteren Zeitpunkt ein Streitgegenstand gewesen wäre und der daraus folgenden Meinungsverschiedenheiten ent­ledigt. In gutem Glauben, jedoch unverdient wurde diese Tafel zu einem denkwürdigen medizingeschichtliche Fund erklärt und dies in einer Zeit, als noch Gefühle die Wegweiser der Stellung­nahme waren, Heute, nahezu zwei Jahrhunderte später, kann auf Grund dieser bescheidenen Studie die Tafel in die Sammlung der Falsifikate versetzt und daran fest gehalten werden; diese Sibilla gab es nicht, in Rhispia hatte sie niemals mit Crocomagma gehandelt. ANMERKUNGEN 1. Weszprémi, Stephanus: Succincta medicorum Hungáriáé et Transylvaniae Biographia. Centuria Alters. Pars posterior. Viennae 1781. p. 433. 2. Damokrates, Plinius nennt ihn Servilius Démocrates. Dieser war, mitte des I. Jahrhunderts, als griechischer Arzt in Rom tätig. Sein Werk: TTepi TIÎÇ TÚJV avxioôiujv OKÉuaoïaç, cpiXiaipoç KXIVIKOÇ TTOÖIKOC. Plinius nat. hist. XXIV. §. 43., 87. 3. Schoenvisner, Stephanus: Antiquitatum et históriáé Savariensis ab origine usque ad praesens tempus libri novem. Pestini. 1791. p. 42.

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