Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 14. (Budapest, 1959)
Ákos Palla: Sibilla unguentaria im Lichte der neuesten Forschung
14 Jahren (also etwa 1758) irgendwelche altrömische Numismen dem Sámuel Kazay procuriert zu haben . . ," 22 Selbstredend besorgte Kazay seine Einkäufe nicht nur bei einem Individuum, er hatte in ganz Ungarn Beauftragte. Seine Sammlung, die „Collectio Kazaiana" war überall im Lande bekannt und als er schon nahe dem Lebensende stand, wetteiferten viele sie zu erwerben, u. a. auch Miklós Jankovich. Seine Manuskripten- und Büchersammlung wie auch die alten Münzen und Raritäten gingen in den Besitz des reformierten Kollegiums zu Debrecen über. „Die Debrecener Hochschule besass 1714 einem Bücherbestand von 1452 Bänden, zur Zeit des Bibliothekars Ézsaiás Budai, zwischen 1791 und 1792 erwarb sie die BücherMünzen- und Raritätensammlung". 23 Aus dieser beschreibt Weszprémi vier Bronzetafeln, „zwei von diesen wurden in Tótvázsony, dem Heimatsdorf Kazay's 1757 und 1760 aufgefunden. Der Fundort der zwei anderen ist Óbuda (Aquincum)). Diese hatte Kazay gegen 1765 mit nicht geringem Geldopfer erworben." 24 Die Identifizierung der von Mommsen als gefälscht erkanten Inschriften mit den von Weszprémi erwähnten stösst auf einige Schwierigkeiten, zumal die Daten einander zum Teil widersprechen. Der Zeitpunkt der Auffindung ist nur für zwei Tafeln übereinstimmend angegeben, hinsichtlich der übrigen nicht, so dass die Literatur mit voller Gewissheit nur zwei Stücke, die aus der Sammlung Kazay stammenden, erwähnen kann, ausser der zum Gegenstand unserer Studie gewählten Inschrift, eine zweite, ebenfalls vorhandene, von welcher József Révay 25 annimmt, sie sei die eines Grabsteines. Das ist ein Irrtum und willkürlich! Die Inschrift ist eine Kupferplatte im Ausmass 77/76 mm. Seine Behauptung stützt Révay wohl auf den Sinn des Textes, dieser verleitet ihn zu seiner Schlussfolgerung. Die mit den Worten Claudia Helpis beginnende Tafel ist kaum grösser als eine Visitkarte. 20 Demzufolge stehen uns heute zwei Bronzetafeln zur Verfügung, mit Sibilla und mit Claudia Helpis beginnend. Wo die übrigen sich befinden, ist uns nicht bekannt. Unsere Nachforschungen sind auf die erstere gerichtet, die letztere ziehen wir blos als Beleg heran, um unsere Behauptung zu rechtfertigen. 10* 147